Tragödie am tiefsten See der Welt: Bus stürzt durch Eisdecke
In Sibirien hat sich ein verheerender Unfall auf dem zugefrorenen Baikalsee ereignet. Ein Kleinbus mit Touristen an Bord brach am Freitagnachmittag Ortszeit durch eine bereits aufgebrochene Eisdecke und stürzte in das eiskalte Wasser. Acht Menschen verloren dabei ihr Leben, darunter ein Kind. Nur ein Tourist konnte sich aus dem sinkenden Fahrzeug retten.
Katastrophe auf dem Eis
Der Bus war auf dem Weg zum Kap Choboi, dem nördlichsten Punkt der Insel Olchon, als er an einer etwa drei Meter breiten Öffnung im Eis durchbrach. An der Unglücksstelle ist der Baikalsee etwa 18 Meter tief. Die Rettungskräfte bargen bis zum Abend sieben Leichen mit Hilfe von Unterwasserkameras. Nach dem letzten Vermissten wurde weiter gesucht.
Die Opfer: An Bord befanden sich sieben Touristen aus China, ein 44-jähriger Einheimischer und der Busfahrer. Unter den Todesopfern befand sich ein 14-jähriges Kind, das mit seinen Eltern reiste. Der überlebende Tourist wurde in einem Hotel untergebracht.
Illegale Tour trotz Fahrverbot
Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass die Touristen den Ausflug nicht über einen offiziellen Reiseveranstalter gebucht hatten. Stattdessen handelten sie ihn direkt mit einem nicht registrierten, einheimischen Reiseleiter aus – was in Russland illegal ist. Besonders brisant: Aufgrund der aktuell warmen Witterung gilt auf dem Baikalsee ein Fahrverbot, und die Überfahrt zur Insel Olchon ist gesperrt.
Ein Strafverfahren wurde eingeleitet, unter anderem wegen Fahrlässigkeit. Die Behörden untersuchen nun genau, wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte.
Der Baikalsee im Winter
Der Baikalsee ist nicht nur der tiefste See der Welt, sondern friert im Winter komplett zu. Die Eisdecke kann dabei über einen Meter dick werden. Temperaturen bis zu minus 50 Grad sind in der Region möglich. Trotz der extremen Bedingungen zieht der See im Winter besonders viele chinesische Touristen an, die dort verschiedene Aktivitäten auf dem Eis unternehmen.
Chinesischer Tourismus in Russland
Der Tourismus aus China nach Russland hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, was auf die politische Annäherung zwischen den beiden Nachbarländern zurückzuführen ist. Viele Chinesen reisen speziell zum Baikalsee, um auf der kargen Eis- und Schneefläche Schlittschuh zu laufen, Rad zu fahren, zu wandern oder Ski zu fahren.
Diese Tragödie wirft nun ernste Fragen zur Sicherheit solcher touristischen Aktivitäten auf und zeigt die Gefahren illegal organisierter Touren in extremen Umgebungen.



