Capri setzt neue Obergrenze für Touristengruppen durch
Die berühmte Mittelmeerinsel Capri im Golf von Neapel ergreift drastische Maßnahmen gegen den Massentourismus. Ab der kommenden Sommersaison dürfen organisierte Reisegruppen nur noch mit maximal 40 Personen an Land gehen. Diese Entscheidung traf der Gemeinderat einstimmig, wie mehrere italienische Medien berichten.
Strikte Regeln bereits ab 20 Personen
Bereits für Gruppen ab 20 Personen gelten ab sofort verschärfte Auflagen. Reiseleiter müssen künftig über drahtlose Headsets mit ihren Mitreisenden kommunizieren, da der Einsatz von Lautsprechern untersagt ist. Zudem sind sie verpflichtet, darauf zu achten, dass ihre Gruppe sich nicht zu breit auf den engen Gassen ausbreitet. Als Erkennungsmerkmal müssen sie ein spezielles Schild tragen – Regenschirme oder andere "unauffällige Objekte" sind nicht mehr erlaubt.
Tourismusvertreter begrüßen die Maßnahmen
Lorenzo Coppola, Präsident der Tourismusorganisation Federalberghi Capri, bezeichnete die neuen Regeln als "unverzichtbare Instrumente". Sie würden Fußgängern in der Stadt wieder mehr Freiraum verschaffen. Luciano Bersani, Leiter des örtlichen Handelsverbands, sprach von einem "ersten wichtigen Schritt" und äußerte die Hoffnung, dass weitere Maßnahmen folgen werden.
Tradition des Tourismusmanagements auf Capri
Es handelt sich nicht um die erste Initiative Capris gegen die Auswirkungen des Massentourismus. Seit Jahrzehnten ist es auf der Insel untersagt, in Holzschuhen durch die engen Gassen zu laufen oder zu laut Musik zu hören. Im vergangenen Jahr erließ Bürgermeister Paolo Falco bereits eine Verordnung zum Schutz von Touristen vor aufdringlichen Verkäufern.
Die nur 13.000 Einwohner zählende Insel, berühmt für ihre Villen und zerklüftete Felsenküste, verzeichnet im Sommer täglich Zehntausende Tagesgäste. Besonders der Hauptort mit seinen vielen Luxushotels ist von den Besucherströmen betroffen. Mit den neuen Regelungen positioniert sich Capri als Vorreiter im nachhaltigen Tourismusmanagement, ähnlich wie Venedig, das seit 2024 Eintrittsgeld von Tagestouristen verlangt.



