Goldener Trabi als neuer Star der Broiler-Bar auf Rügen
Ein außergewöhnliches Stück DDR-Geschichte hat seinen festen Platz in der Gastronomie der Ostsee-Insel Rügen gefunden. Seit einer Woche ziert ein goldfarbener Trabant-Kübel aus den frühen 1970er Jahren die Broiler-Bar im Rügen-Hotel in Sassnitz. Das nostalgische Fahrzeug soll als Publikumsmagnet fungieren und Gäste verschiedener Generationen anziehen.
Die spektakuläre Anschaffung des DDR-Klassikers
Mirko Frost, der Reservierungsleiter der Hotelgruppe, erklärt den Hintergrund: "Wir suchten lange nach einem besonderen Exponat, das unsere Broiler-Bar bereichert." Die Suche führte schließlich zu einem Inselbewohner, der seinen Trabi zum Verkauf anbot. Gemeinsam mit Bankettleiter Peter Sadewasser begutachteten sie das Fahrzeug, das nicht nur fahrbereit war, sondern sogar noch über gültigen TÜV verfügte.
Die letzte Fahrt des goldenen Trabis verlief bei strahlendem Sonnenschein über 25 Kilometer zurück zum Hotel. Der spektakuläre Einzug in die Bar erforderte besondere Vorkehrungen: Achim Schmidt, Haustechniker des Hauses, erläutert: "Wir öffneten die Flügeltüren von außen und bauten eine schmale Tür aus, um den 1,53 Meter breiten Wagen perfekt platzieren zu können."
Brückenschlag zwischen Generationen
Seit seiner Installation hat sich der Trabant zum unbestrittenen Star der Broiler-Bar entwickelt. "Die jüngere Generation findet ihn cool und stylisch, während die älteren Gäste in nostalgischen Erinnerungen an die DDR-Zeit schwelgen", berichtet Frost. Die Hotelbetreiber ermutigen ihre Gäste ausdrücklich, Erinnerungsfotos mit dem goldenen Zweitakter zu machen und diese in sozialen Medien zu teilen.
Der Trabi ist Teil einer umfassenden Werbeaktion, bei der Besucher sich sogar ins Fahrzeug setzen und fotografieren lassen können. Diese interaktive Komponente soll die emotionale Bindung der Gäste an das besondere Ambiente verstärken.
Traditionelle Gastronomie mit historischem Hintergrund
Die Broiler-Bar knüpft an eine tief verwurzelte Rügener Tradition an. Sie erinnert an die legendäre Gaststätte "Goldbroiler", die sich hinter dem Sassnitzer Rathaus befand und ab 1970 täglich bis zu 1500 Gäste anzog. Nach ihrer Schließung 1984 und dem Abriss des Gebäudes 1993 bewahrt die heutige Broiler-Bar dieses kulinarische Erbe.
Seit den 2000er Jahren betreibt das Rügen-Hotel die Bar, deren Speisekarte den klassischen DDR-Broiler prominent führt. Das knusprige Brathähnchen wird mit hausgemachtem Weiß- und Rotkraut sowie Pommes serviert und stellt eine authentische Hommage an die ostdeutsche Küchenkultur dar.
Modernisiertes Hotel mit historischem Charme
Das zehnstöckige Rügen-Hotel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Seit seiner Eröffnung 1969 durch die Mitropa-Generalverwaltung hat es zahlreiche Transformationen durchlebt. Heute führt Hanne von Kroge die Geschicke der Hotelgruppe, nachdem ihre Großeltern Marlis und Gerd Raulff das Haus 1995 übernommen hatten.
Die Raulff-Gruppe, die mehrere historische Häuser auf Rügen besitzt, investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in die umfassende Sanierung und Modernisierung. Dabei wurden Balkone erneuert, Versorgungsleitungen modernisiert, das Restaurant im zehnten Stockwerk revitalisiert und das Schwimmbad auf den neuesten Stand gebracht.
Attraktives Angebot für Gäste
Die Broiler-Bar öffnet täglich von 16 bis 21 Uhr und serviert Gerichte rund um Hähnchen und Goldbroiler. Ein besonderer Vorteil für die Gäste: "Durch die Mehrwertsteuersenkung von 19 Prozent auf 7 Prozent seit dem 1. Januar 2026 können wir günstigere Preise direkt an unsere Gäste weitergeben", teilt das Rügen-Hotel mit.
Neben der Broiler-Bar eröffnete das Hotel im vergangenen Jahr das neue Restaurant Peak, das das gastronomische Angebot weiter diversifiziert. Der goldene Trabi steht somit nicht isoliert, sondern ist Teil einer umfassenden Strategie, historischen Charme mit modernem Komfort zu verbinden.
Diese gelungene Symbiose aus DDR-Nostalgie und zeitgemäßer Hotellerie macht das Rügen-Hotel zu einem besonderen Anziehungspunkt für Inselbesucher, die sowohl kulinarische als auch kulturelle Erlebnisse suchen.



