Neue Ära bei Hofbräu: Millionenprojekt für die Wiesn geplant
Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt: Michael Möller, der langjährige Chef der Hofbräu-Brauerei, ist seit dem 1. Januar offiziell im Ruhestand. Bei einer feierlichen Verabschiedung im Festsaal des Hofbräuhauses wurde sein Nachfolger Jörg Lehmann eingeführt – und mit ihm kommt ein ambitioniertes Großprojekt.
Ein schweres Erbe und eine Mammutaufgabe
In seiner Festrede würdigte Finanzminister Albert Füracker (CSU) die Leistungen Möllers, der die staatliche, aber eigenständige Brauerei 25 Jahre lang durch stürmische Zeiten führte. „Spektakuläre Steigerungen“ seien auf sein Konto gegangen, darunter ein Umsatzplus von 130 Prozent und eine Exportsteigerung um 380 Prozent. Damit hinterlasse Möller ein schweres Erbe für Lehmann, der den Erfolg trotz der aktuellen Bierkrise fortsetzen muss.
To-Do Nummer Eins für den neuen Chef: Der Neubau des legendären Hofbräu-Festzelts auf dem Oktoberfest. „Im Jahr 2027 nehmen wir den Neubau des Wiesnzelts in Angriff“, kündigte Füracker an. Die Finanzierung stehe, die Kosten werden auf rund acht Millionen Euro geschätzt.
Ein Zelt der Superlative wird erneuert
Das aktuelle Hofbräu-Zelt stammt aus den 1980er Jahren und ist mit über 10.000 Plätzen eines der größten auf der Wiesn. Ein Neubau in dieser Größenordnung ist eine Seltenheit – zuletzt präsentierte Paulaner 2022 mit der Bräurosl ein komplett neues Zelt. Die Hofbräu-Brauerei hält sich noch mit Details zurück, betont aber, dass das neue Zelt „den heutigen baulichen, technischen und funktionalen Anforderungen entsprechen“ soll.
Wiesnwirtin Silja Steinberg begrüßt die Pläne: „Im Laufe der Jahre haben sich die Ansprüche der Gäste und der Mitarbeiter geändert. Wir freuen uns, dass wir durch den Neubau diesen Ansprüchen gerecht werden können.“
Der neue Mann an der Spitze
Jörg Lehmann, gebürtiger Berliner und ehemaliger Vorstand der Kulmbacher Brauerei, leitet Hofbräu seit einem Monat. In seiner Antrittsrede versprach er: „Ich möchte Hofbräu behutsam, aber entschlossen weiterentwickeln.“ Der Druck sei spürbar, besonders nach der Würdigung von Möllers Lebenswerk. „Hofbräu ist eine verhältnismäßig kleine Brauerei mit einer großen Marke“, so Lehmann, der die Besonderheit der Traditionsbrauerei betont.
Die Herausforderung: Weniger Bier, mehr Erlebnis
Eine zentrale Aufgabe für Lehmann wird die Trendwende in der Brauereibranche sein. Der Bierkonsum geht zurück – auch in Bayern. Auf die Frage, ob Hofbräu bald eigene Cola anbieten werde, antwortete Lehmann klar: „Nein. Das kann ich mir momentan nicht vorstellen. Wir stehen für Bier. Und wir stehen für das Erlebnis rund um den Biertisch.“ Dennoch wolle man Menschen, die keinen Alkohol trinken können oder wollen, nicht ausschließen.
Michael Möller blickt derweil auf Opernabende und Kultur – verspricht aber, dem Bier immer treu zu bleiben. Für Hofbräu beginnt nun eine spannende neue Phase, die 2027 mit einem spektakulären neuen Wiesnzelt ihren Höhepunkt finden soll.



