Die Zukunft des Rostocker Nordwestens steht auf dem Spiel. Bald stimmt die Bürgerschaft über die Bebauung des Hamburger Tors ab. Auf der Freifläche zwischen der Hanse Messe und der S-Bahn-Station Lütten Klein sind eine neue Schwimmhalle und bis zu 450 Wohnungen geplant. Auch Hotelnutzungen sind vorgesehen. Der Tourismusverein Rostock und Warnemünde lehnt diese jedoch vehement ab.
Tourismusverein warnt vor Verdrängung
„Wir reden hier nicht über zusätzliche Nachfrage, sondern über Verdrängung in einem ohnehin angespannten Markt“, sagt Frank Martens, Vorsitzender des Tourismusvereins. „Allein in 500 Metern Luftlinie zum Hamburger Tor stehen heute bereits über 200 Hotelzimmer im Budget-Segment, weitere 90 sind genehmigt. Hinzu kommen über 350 weitere Zimmer am Stadthafen und am Hauptbahnhof, die in den nächsten Jahren ans Netz gehen. Rostock braucht kein zusätzliches Hotel am Hamburger Tor – Rostock braucht Wohnraum.“ Die Vorzugsvariante mit Schwimmhalle und 400 bis 450 Wohnungen wird von Martens hingegen grundsätzlich begrüßt.
Wettbewerbsdruck im Beherbergungsmarkt
Der Rostocker Beherbergungsmarkt stehe bereits heute unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Eine zusätzliche Kapazitätsausweitung würde den wirtschaftlichen Druck weiter erhöhen und bestehende Strukturen schwächen, so auch Alexander Soyk, Geschäftsführer des Tourismusvereins. „Der gesamtstädtische Nutzen einer weiteren Hotelansiedlung am Hamburger Tor erscheint dem Tourismusverein daher gering“, sagt Soyk.
Bereits viele neue Hotels geplant
In einem offenen Brief verweist der Tourismusverein auf die bereits geplanten Hotelkapazitäten. Im neuen Quartier Kesselborn in Bahnhofsnähe entsteht bis 2028 ein 4-Sterne-Designhotel der Marke Tribe mit 157 Zimmern. Auf der Silohalbinsel am Stadthafen ist gerade ein weiteres Hotel der Marke Scanhotels mit rund 195 Zimmern eröffnet worden. In der Trelleborger Straße ist ein Hotelprojekt mit 90 Zimmern geplant, das bis Ende 2027 fertiggestellt werden soll. „Insgesamt kommen damit allein durch diese drei Vorhaben über 440 zusätzliche Hotelzimmer auf den Rostocker Markt“, so der Verein. Ein weiteres Hotel am Hamburger Tor sei daher nicht notwendig.



