Ein skurriles Sammel-Universum in der Lüneburger Heide
Mitten in der idyllischen Lüneburger Heide, nahe der Gemeinde Bispingen, befindet sich einer der wohl ungewöhnlichsten und skurrilsten Vergnügungsparks Deutschlands: die Iserhatsche. Auf einem riesigen 23 Hektar großen Gelände hat der mittlerweile verstorbene Berliner Privatier Uwe Schulz-Ebschbach ein einzigartiges Sammel-Imperium geschaffen, das Besucher mit seinen Eigenheiten und Superlativen in Staunen versetzt.
Von künstlichem Vulkan bis zu Weltrekorden
Ein spektakulärer Höhepunkt ist der künstliche Vulkan, der stündlich ausbricht – natürlich völlig ungefährlich, aber dennoch beeindruckend. Dieser Feuerstoß ist jedoch nur eine von unzähligen Attraktionen. Die Iserhatsche, deren Name aus dem Plattdeutschen stammt und „Eisenherz“ bedeutet, wurde ab 1986 von Schulz-Ebschbach aufgebaut. Er vereinte hier seine Sammelleidenschaft mit skurrilen Ideen zu einem einzigartigen Stilmix.
Besucher betreten zunächst einen weitläufigen Landschaftspark von 230.000 Quadratmetern mit terrassierten Seen und künstlich angelegten Landschaften. Hier steht auch der selbst errichtete „Berg“ Montagnetto. Doch die eigentlichen Schätze liegen in den Sammlungen: Die Iserhatsche beherbergt die größte Bierflaschen-Sorten-Sammlung der Welt, die sogar im Guinnessbuch der Rekorde steht. Mehr als 24.000 original abgefüllte Bierflaschen aus 192 Ländern und 4.100 verschiedenen Brauereien sind hier versammelt.
Ein Paradies für Sammler und Kuriositäten-Liebhaber
Doch das ist längst nicht alles. Das Gelände umfasst insgesamt 150 verschiedene Sammlungen, darunter eine Streichholzschachtel-Sammlung mit 250.000 Exemplaren, 25.000 Kaffeesahne-Deckel, 12.000 Flaschenöffner, über 50.000 Miniatur-Schnapsflaschen, 22.000 Eulen-Figuren, knapp 30.000 Frosch-Objekte und 300 Buddelschiffe. Ein besonderes Highlight ist die größte Bügel-Bierflasche der Welt aus Holz, die mehr als fünf Tonnen wiegt.
In der namensgebenden hölzernen Villa erwartet Besucher opulenter Prunk. Räume wie der „Kamin-Trophäen-Raum“, das „Diana-Sanssouci-Zimmer“ oder der „Vierjahreszeiten-Eichensaal“ greifen verschiedene Epochen der Kunstgeschichte auf und zeigen die künstlerische Ambition des Schöpfers.
Zukunft des einzigartigen Ortes noch ungewiss
Die Iserhatsche ist jedes Jahr von April bis Dezember für Besucher geöffnet. Wie es mit dem Gelände nach dem Tod von Uwe Schulz-Ebschbach weitergeht, ist derzeit jedoch noch unklar. Laut der Bispingen Touristik e.V. steht die Zukunft dieses einzigartigen Sammel-Imperiums noch in den Sternen. Für alle, die skurrile Attraktionen und außergewöhnliche Sammlungen lieben, bleibt die Iserhatsche jedoch ein faszinierendes Ausflugsziel in der Lüneburger Heide.



