In Vorpommern heißt es jetzt auch „O'zapft is!“: Beim diesjährigen „Oldtimer & Traktoren Treffen“ in Jarmen feierte das neue lokale Bier „Des Bibers Helles“ eine besondere Premiere. Gut 400 Liter des süffigen Gerstensafts wurden in Fässern und Flaschen angeboten und waren nach kurzer Zeit restlos ausverkauft.
Produktion noch nicht am Heimatort
Doch streng genommen handelt es sich bei dem Bier noch um einen Etikettenschwindel. Denn produziert und abgefüllt wurde es in Wolgast, nicht in Jarmen. Der Grund: Die erhoffte mobile Mikrobrauerei für die Region lässt noch auf sich warten.
Wolgaster Braukultur e.V. als Vorbild
In Wolgast hat sich bereits 2022 der „Wolgaster Braukultur e.V.“ gegründet, der im alten Rathauskeller erfolgreich Biere herstellt und vermarktet. Dieser Verein diente als Vorbild für die Jarmener Bier-Enthusiasten, die gemeinsam mit anderen Brau-Fans entlang des Peenetals die Idee einer „Pommerschen Bierstraße“ verfolgen.
LEADER-Förderantrag für mobile Mikrobrauerei
Ein bereits bewilligter LEADER-Förderantrag soll die Anschaffung einer mobilen Mikrobrauerei samt Lagertanks ermöglichen. Diese soll in Wolgast, Jarmen, Gützkow und Stolpe aufgestellt werden, um dort jeweils eigene lokale Biere aus heimischen Zutaten herzustellen. Bis zur endgültigen Fördergenehmigung und Umsetzung wird jedoch noch einige Zeit vergehen.
Probe-Brauung in Wolgast
Die Jarmener Brau-Enthusiasten wollten jedoch nicht warten. Sie gewannen die Wolgaster dafür, in einem deren Kessel probeweise ein Jarmener Bier reifen zu lassen. Anfang März wurde der Sud unter fachkundiger Anleitung angesetzt und Ende April abgefüllt – rechtzeitig für das Oldtimer-Treffen Anfang Mai. Zur Verkostung gab es auch Treberbrot, ein Gebäck aus den festen Rückständen des Malzschrots.
Der Biber als Stadtmaskottchen
Den Namen für ihr Bier entlehnten die Jarmener dem Biber, der in der Stadt allgegenwärtig ist: als monumentale Holzskulptur, Plüschtier, im Stadtlogo, in Vereinsemblemen und natürlich als Tier an der Peene. Auf dem Etikett zeigt Meister Bockert mit einem Humpen in der Hand seine Zähne, im Hintergrund die Peenebrücke und die Marienkirche.
Weitere Sorten geplant
„Des Bibers Helles“ ist nur der Anfang. Die Brau-Enthusiasten planen weitere Sorten, vom klassischen Pils bis zum Bockbier. Der Erlös des ersten Braudurchgangs kommt dem Feuerwehrförderverein zugute, der den Ausschank übernahm. Zudem wurden eigens kreierte Trinkbecher gegen 2 Euro Pfand ausgegeben, von denen nur etwa ein Drittel zurückkam. Das Geld wird der Jugendfeuerwehr gespendet.



