Das Seebad Ueckermünde plant seit längerem den Ausbau der Strandpromenade. Diese soll künftig bis zum Industriehafen Berndshof reichen. Ursprünglich war geplant, das Projekt bis zum Jubiläum „100 Jahre Haffbad Ueckermünde“ im Jahr 2027 teilweise fertigzustellen. Im Dezember 2025 stimmten die Stadtvertreter mit acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mehrheitlich für die drei Bauabschnitte.
Baukosten mehr als doppelt so hoch
Doch nun steht das Vorhaben auf der Kippe. Die Baukosten sind seit Dezember regelrecht explodiert. Statt der ursprünglich veranschlagten rund 2,5 Millionen Euro werden nun nach einer Schätzung aus dem April 2026 rund 5,4 Millionen Euro fällig. Dies geht aus einer Beschlussvorlage für den Bauausschuss hervor, der am Dienstag, dem 5. Mai, tagt.
Die Verwaltung führt die Kostensteigerung auf höhere Ausgaben für Material, Energie, Diesel und Löhne zurück. Hauptgründe seien der Iran- und der Ukraine-Krieg sowie eine gute Auslastung der Baubetriebe. All dies habe zu enorm steigenden Baukosten geführt.
Stadt schlägt ersten Bauabschnitt vor
Die Stadtverwaltung betont, dass ein Ausbau mit diesen Kosten aufgrund der derzeit angespannten Haushaltslage nicht darstellbar sei. Sie bittet die Stadtvertreter um einen Grundsatzbeschluss und schlägt vor, zunächst nur den ersten Bauabschnitt zu planen und auszuführen. Dieser umfasst die Verlängerung der ausgebauten Strandpromenade ab dem Strandbad sowie die Verbesserung des bestehenden Promenadenwegs bis fast zum Fischereihafen. Allein dieser Abschnitt soll laut aktueller Schätzung rund 1,3 Millionen Euro kosten – im Dezember waren noch 760.000 Euro veranschlagt.
Für den zweiten Bauabschnitt, einen aufgeständerten Weg ab dem Fischereihafen bis Ecke Kanalweg, und den dritten Bauabschnitt, einen befestigten und möglicherweise asphaltierten Weg bis zum Industriehafen und zur Belliner Straße (L 31), waren im Dezember zusammen 1,7 Millionen Euro eingeplant. Aktuell liegen die Kosten bei 2,6 Millionen Euro für den zweiten und 1,55 Millionen Euro für den dritten Abschnitt. Diese beiden Vorhaben sollen laut Stadtvorschlag mittelfristig geplant und umgesetzt werden.
Drei Varianten zur Entscheidung
Die Verwaltung bietet in ihrer Vorlage drei Varianten an. Neben dem neuen Vorschlag zum Ausbau des ersten Bauabschnitts können die Stadtvertreter auch entscheiden, dass alle drei Bauabschnitte wie bisher vorgesehen ausgebaut werden oder dass keiner der drei Bauabschnitte umgesetzt wird. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Bürgersaal.



