Asien verschärft Einreisekontrollen wegen Nipah-Virus
Mehrere asiatische Länder haben ihre Einreise- und Gesundheitskontrollen deutlich verschärft, nachdem Ende Januar 2026 im indischen Bundesstaat Westbengalen neue Infektionen mit dem gefährlichen Nipah-Virus bestätigt wurden. Das Virus macht Experten vor allem wegen seiner extrem hohen Sterblichkeitsrate Sorgen, die laut dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin bis zu 92 Prozent betragen kann. Bislang gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezielle Behandlung gegen den Erreger.
Warum der Nipah-Virus so gefährlich ist
Das Nipah-Virus ist eine Zoonose, die ursprünglich von Tieren auf den Menschen übertragen wird – vor allem von Flughunden, möglicherweise auch von Schweinen. Bei engem Kontakt kann das Virus zudem von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Die Krankheit beginnt oft mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Husten oder Kopfschmerzen, doch der Verlauf kann schwer werden und zu Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma führen. In schweren Fällen endet die Infektion tödlich.
Neue Fälle in Westbengalen
Besonders betroffen ist der indische Bundesstaat Westbengalen, wo es bereits 2001 und 2007 zu größeren Ausbrüchen kam. Im vergangenen Januar wurden dort erneut zwei Infektionen bestätigt, beide bei Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Nach Bekanntwerden dieser Fälle wurden 196 Kontaktpersonen ermittelt, die unter Quarantäne und medizinischer Beobachtung stehen. Bisher wurden keine weiteren Infektionen festgestellt.
Reaktionen in Asien
Auch wegen des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfests am 17. Februar haben viele asiatische Länder ihre Einreisekontrollen verschärft. Laut einem Bericht von TRAVELBOOK setzen Thailand, Vietnam, Indonesien und Myanmar auf Temperaturmessungen, Wärmebildkameras und stichprobenartige Kontrollen an Flughäfen. Singapur und Hongkong kontrollieren gezielt Flüge aus Risikogebieten wie Kolkata, während Nepal und Pakistan zusätzlich Grenzübergänge überwachen. Kambodscha setzt bislang vor allem auf Informations- und Hygienehinweise, konkrete Flughafenchecks gibt es dort derzeit nicht.
Keine neue Pandemie erwartet
Eine neue Epidemie wie bei COVID-19 sehen Experten derzeit nicht. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer regional begrenzten Lage, und eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch sei bislang nicht belegt. In Deutschland ist das Nipah-Virus bislang nicht nachgewiesen. Laut dem jüngsten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts leiden hier aktuell rund 7,4 Millionen Menschen an akuten Atemwegserkrankungen wie Grippe oder Erkältungen, wobei den größten Anteil Influenzaviren ausmachen.



