Nordsee-Tourismus setzt auf Influencer und KI für mehr Sichtbarkeit im digitalen Zeitalter
Nordsee-Tourismus: Influencer und KI für mehr Sichtbarkeit

Nordsee-Tourismus im digitalen Wandel: Auf Influencer und KI setzen

Wer heutzutage nach einem Urlaubsziel sucht, findet Inspiration zunehmend auf Plattformen wie Instagram und TikTok oder befragt KI-Chatbots. Die niedersächsische Nordseeküste reagiert auf diesen Trend und will im Wettbewerb mit anderen Urlaubsregionen digital sichtbarer werden. Beim Nordseetourismustag in Leer betonte Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Nordsee (Tano): „Wir müssen ausprobieren, wir müssen mutig sein.“ Denn die Reise beginne bereits im Kopf der potenziellen Gäste, und genau dort müsse angesetzt werden.

Reichweite und Glaubwürdigkeit als neue Leitwährung

Eva Forkel, Digitalisierungsmanagerin der Tano, unterstrich die Bedeutung von Online-Sichtbarkeit: „Wer online nicht sichtbar ist, findet schlichtweg nicht statt.“ Dabei gehe es nicht nur um Reichweite, sondern auch um Glaubwürdigkeit. Influencer, die authentische Geschichten aus der Nordseeregion teilen, könnten hier eine Schlüsselrolle im Marketing spielen. Rund 200 Fachleute aus Tourismus, Politik und Dienstleistungsbereich berieten bei der Veranstaltung über die Zukunft des Nordseeurlaubs.

Infrastrukturinvestitionen als Grundvoraussetzung

Leers Landrat Matthias Groote (SPD) mahnte jedoch, dass digitale Strategien allein nicht ausreichen: „Da nützen uns die schönsten KI-Modelle nichts, wenn es in der Realität an der Infrastruktur hapert.“ Investitionen in Schienen, Straßen und Brücken seien essenziell, um das Urlaubserlebnis nicht bereits am Anfang zu gefährden. Anja Karliczek, Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, betonte die Notwendigkeit gemeinsamen Marketings, da Gäste heute anspruchsvoller seien und einen „Eventcharakter“ bei jedem Ausflug erwarten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Finanzielle Herausforderungen und Rekordzahlen

Holger Heymann (SPD), Vorsitzender des niedersächsischen Tourismusverbandes, wies auf finanzielle Engpässe hin: „Alle Landkreise und kreisfreien Städte ächzen gerade aus dem letzten Loch.“ Trotzdem könnte 2025 ein Rekordjahr für die Nordseeküste gewesen sein, mit vorläufigen Zahlen von 3,47 Millionen Ankünften und 15,36 Millionen Übernachtungen in den ersten elf Monaten. Im Vergleich zum Rekordjahr 2019 (3,39 Millionen Ankünfte, 15,45 Millionen Übernachtungen) zeigt sich eine positive Entwicklung.

Marktanteile und Erholung von der Pandemie

Im Wettbewerb mit anderen deutschen Küstenregionen konnte Niedersachsens Nordseeküste leicht Marktanteile gewinnen. Zwar liegen Schleswig-Holstein (43,5 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (35,5 Prozent) bei den Marktanteilen am deutschen Küstentourismus weiter vorne, aber Niedersachsen (21,0 Prozent) hat seit 2020 prozentuale Zuwächse verzeichnet. Dies deutet darauf hin, dass sich die Region besser von der Pandemie erholt hat als andere Küstengebiete.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration