Autorin setzt auf ungewöhnliche Hygienemaßnahme bei Zugfahrten
Für längere Zugreisen hat TRAVELBOOK-Autorin Laura Pomer eine ganz besondere Strategie entwickelt. Neben den üblichen Reiseutensilien wie Kopfhörern und einem spannenden Buch führt sie stets eine Rolle Plastikfolie mit sich. Diese unkonventionelle Maßnahme sorgt bei Mitreisenden zwar gelegentlich für verwunderte Blicke, doch für die Autorin ist sie unverzichtbar geworden.
Hygienebedenken als treibende Motivation
Der Grund für diese außergewöhnliche Vorgehensweise liegt in tiefsitzenden Hygienebedenken. Laura Pomer lehnt sich grundsätzlich nicht an die Stoffbezüge von Zugssitzen, da diese ihrer Ansicht nach nur unzureichend gereinigt werden. Diese Skepsis wird durch eine frühere Untersuchung von TRAVELBOOK bestätigt, die zur Axel-Springer-Gruppe gehört.
Die Studie ergab, dass Sitzflächen und Kopfstützen in Zügen besonders stark mit Mikroorganismen belastet sind. In verschiedenen Proben wurden zwischen 500 und 620 koloniebildende Einheiten pro 25 Quadratzentimeter nachgewiesen. Laboranalysen führen diese Werte vor allem auf die seltene Reinigung von Polsterstoffen zurück, die Keimen ideale Bedingungen zum Festsetzen bieten.
Plastikfolie als praktische Lösung
„Allein der Gedanke, dass die Sitze von zahlreichen Personen mit unterschiedlichen Hygienevorstellungen genutzt werden, ist für mich schwer auszublenden“, erklärt die Autorin. Daher überzieht sie ihren Sitzplatz vor jeder Fahrt möglichst vollständig mit der durchsichtigen Folie. Diese einfache Maßnahme schafft eine physische Barriere zwischen ihr und den potenziell kontaminierten Oberflächen.
Interessanterweise stößt dieses Verhalten nicht nur auf Kritik. Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn reagierte kürzlich sogar mit Sympathie auf den folienbezogenen Sitzplatz. Sie äußerte amüsiert, dass sie die Abneigung gegenüber der zweifelhaften Sauberkeit der Sitzbereiche gut nachvollziehen könne.
Umweltbewusste Alternativen in der Praxis
Beim Thema Nachhaltigkeit hat Laura Pomer inzwischen umgedacht. Neben der Plastikfolie nutzt sie immer häufiger eine eigene Decke als umweltfreundlichere Alternative. Diese legt sie über den Sitz und wäscht sie nach der Fahrt gründlich. Dennoch bleibt die Plastikfolie für sie ein fester Bestandteil ihrer Reisevorbereitungen.
Es sei jedoch angemerkt, dass die in Zügen festgestellten Keime laut den Tests keine nennenswerten Gesundheitsrisiken darstellen. Die Autorin räumt selbst ein, dass ihre Maßnahme etwas übertrieben wirken mag. Dennoch gehört der kleine Schutzüberzug für sie genauso zu einer Zugfahrt wie Kopfhörer und ein gutes Buch – eine persönliche Präferenz, die Komfort und Sicherheitsgefühl erhöht.



