Rekordansturm auf Mount Everest: 492 Genehmigungen und Millionen für Nepal
Rekordansturm auf Mount Everest: 492 Genehmigungen

Nepal hat in der diesjährigen Frühjahressaison eine Rekordzahl an Genehmigungen für die Besteigung des Mount Everest erteilt. Nach Angaben des Tourismus- und Kulturministeriums in Kathmandu wurden bis Freitag 492 Zulassungen für Kletterer aus 55 Ländern ausgegeben. Der Sprecher der Tourismusabteilung, Himal Gautam, bezeichnete dies als historischen Moment. Der bisherige Rekord lag bei 478 Genehmigungen aus dem Jahr 2023. Im vergangenen Jahr wurden 468 Zulassungen erteilt.

Trotz Protesten und politischer Unruhen

Die Rekordzahl wurde trotz der Gen-Z-Proteste in Nepal und des Kriegs im Nahen Osten erreicht, wie Gautam betonte. Im September des Vorjahres hatte eine Sperrung von Social-Media-Plattformen zu massiven Protesten geführt, bei denen Zehntausende, meist junge Menschen, auf die Straße gingen. Der damalige Regierungschef trat zurück, das Parlament wurde aufgelöst. Nach Wahlen hat das Land nun eine neue Regierung.

China schließt Aufstieg von tibetischer Seite

Ein weiterer Grund für die Rekordzahl ist laut nepalesischen Medien die Schließung des Aufstiegs von der tibetischen Seite durch China. Die meisten Anmeldungen kommen in diesem Jahr aus China, gefolgt von den USA und Indien.

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Millioneneinnahmen für Nepal

Die Genehmigungen haben Nepal bisher mehr als 7,1 Millionen US-Dollar (etwa 6 Millionen Euro) eingebracht. Die Zulassungsgebühren und damit verbundene Ausgaben sind eine wichtige Einnahmequelle für das Land. Nepal hatte die Gebühren für die Besteigung über die Südroute im vergangenen Jahr von 11.000 auf 15.000 US-Dollar erhöht. Mit acht der 14 Achttausender der Welt, darunter der Mount Everest, ist Nepal ein globales Zentrum für Höhenbergsteigen.

Verzögerungen durch Eisblock

Die diesjährige Klettersaison begann mit erheblichen Verzögerungen. Ein Sérac – ein aufgetürmter Eisblock – versperrte die Route im Khumbu-Eisbruch. Es bestand Einsturzgefahr in diesem kritischen Gletschergebiet. Laut Gautam gelang es jedoch Spezialisten, darunter Sherpa-Bergsteigern, die Aufstiegsroute bis zum Camp 4 auf 7906 Metern zu öffnen und Fixseile zu verlegen.

Normalerweise ist die Route zum Lager 2 ab Mitte April geöffnet, und erste Gipfelbesteigungen gelingen Anfang Mai. Wegen der Hindernisse wird nun befürchtet, dass ein extremer Ansturm zu Staus auf der Strecke führen könnte.

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