Immer mehr Menschen wollen auf den höchsten Berg der Welt! Nach Behördenangaben hat Nepal aktuell so viele Genehmigungen wie nie zuvor für die Besteigung des Mount Everest (8849 Meter) in der Frühjahrssaison erteilt. Erste Experten und auch Sherpa-Bergführer vor Ort befürchten, dass es wegen der Rekordzahl zu Kletterstaus am höchsten Berg der Welt kommen wird.
Bis zum vergangenen Freitag wurden nach Angaben des Tourismus- und Kulturministeriums in Kathmandu 492 Zulassungen für Bergsteiger aus 55 Ländern ausgegeben, die den Gipfel des Mount Everest erklimmen wollen. Die bisherige Rekordzahl lag bei 478 und stammte aus dem Jahr 2023. Im vergangenen Jahr gab es 468 Everest-Zulassungen.
Gewaltiger Eisblock sorgte für Verzögerungen
Der Grund für die Rekordzahl: China hat den Aufstieg zum Everest von der tibetischen Seite geschlossen. Deshalb weichen Bergsteiger auf die nepalesische Südseite aus. So kommen in diesem Jahr die meisten Anmeldungen aus China, gefolgt von Abenteurern aus den USA und Indien.
Die Zeit zwischen März und Mai wird allgemein als beste Saison für eine Mount-Everest-Expedition angesehen. Und so drängen sich derzeit Hunderte Bergsteiger darum, den höchsten Gipfel der Welt zu bezwingen. Doch in diesem Frühjahr begann die Klettersaison am Everest mit Verzögerungen. Der Grund: Die Gipfel-Route war von einem aufgetürmten Eisblock im Khumbu-Eisfall versperrt. Erst jetzt gelang es Sherpa-Bergsteigern, die zentrale Aufstiegsroute vom Lager 2 (6600 Meter) bis zum letzten Hochlager (Camp 4 auf 7906 Meter Höhe) vor dem Gipfelanstieg in der „Todeszone“ zu öffnen.
Lebensgefährliche Engpässe in der „Todeszone“
Wegen dieser Hindernisse und Verzögerungen sowie aufgrund der Rekordzulassungen wird nun befürchtet, dass es zu noch mehr Staus und Behinderungen auf dem Weg zum Gipfel kommen kann. Bereits in der Vergangenheit stauten sich immer mal wieder die Kletterer auf der Gipfel-Route und es kam zu lebensgefährlichen Engpässen.
Für Nepal ist der Mount Everest jedoch eine wichtige Einnahmequelle. Den Angaben zufolge spülten die Genehmigungen dem Himalaya-Staat bisher mehr als 7,1 Millionen US-Dollar (etwa 6 Millionen Euro) in die Kasse. Zudem hatte Nepal im vergangenen Jahr die Gebühren von 11.000 auf 15.000 US-Dollar für die Besteigung über die Südroute zum Everest-Gipfel erhöht.



