Flughafen Rostock-Laage: Neustart mit erneuerbaren Energien und neuen Destinationen
Der Regionalflughafen Rostock-Laage in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich im Umbruch. Die neuen Betreiber von Crisp Partners Berlin haben ambitionierte Pläne für den Airport, der sich wie Phönix aus der Asche erheben möchte. Während an einem Februartag der zivile Teil des Flughafens noch im Winterschlaf liegt, bereitet man sich hinter den Kulissen auf einen neuen Aufschwung vor.
Neue Flugziele und kontinuierlicher Betrieb
Bereits ab dem 22. Februar wird Corendon Airlines wieder regelmäßige Flüge von Rostock-Laage nach Antalya in der Türkei anbieten. Anders als in den Vorjahren entfällt die Sommerpause komplett – die Destination ist von April bis Anfang November durchgängig erreichbar. Im Oktober sind sogar vier wöchentliche Flüge geplant. „Wir wollen den Flughafen Rostock-Laage aktivieren und die Zahl der Destinationen ausbauen“, betonen Karsten und Ira Lauth von Crisp Partners.
Für den Sommerflugplan 2026 sind weitere Destinationen in Vorbereitung. Ab Mai soll jeden Samstag Wien angeflogen werden, im Oktober kommt zweimal wöchentlich Kreta hinzu. Die Flughafenleitung wird auf der ITB in Berlin Anfang März aktiv um weitere Flugziele werben.
Stabile Kooperation mit der Bundeswehr
Entgegen anderslautender Gerüchte gibt es keine Pläne für eine vollständige Übernahme des Flughafens durch die Bundeswehr. „Es ist gerade überhaupt kein Thema, dass die Bundeswehr den Flughafen vollständig übernimmt“, stellt Geschäftsführerin Ira Lauth klar. Die Zusammenarbeit mit dem taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ funktioniere ausgezeichnet – man kooperiere bei der Besetzung des Towers, beim Winterdienst und bei der Feuerwehr.
Rechtlich ist der zivile Teil des Flugplatzes Eigentum des Bundes, die zivile Mitbenutzung vertraglich geregelt. Der militärische Teil wird von 900 Soldaten für die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe genutzt.
Photovoltaik-Anlagen für nachhaltigen Betrieb
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist die Nutzung erneuerbarer Energien. „Crisp Partners ist eine Gruppe privater Investoren. Wir haben uns auf das Projekt nur eingelassen, weil einige unserer Partner aus dem Bereich erneuerbarer Energien kommen“, erläutert Karsten Lauth. Die großen ungenutzten Flächen des Airports bieten ideale Voraussetzungen für Photovoltaik-Anlagen mit Energiespeichern.
Bereits im nächsten Winter soll der Terminal mit Wärmepumpen beheizt werden, die mit Energie von PV-Anlagen gespeist werden. Aufgrund statischer Probleme können keine Solarmodule auf dem Terminaldach installiert werden, dafür stehen jedoch große Parkplatzflächen zur Verfügung. Die Baugenehmigungsgespräche mit der Stadt Laage laufen bereits.
Infrastrukturvorteile und Passagierzahlen
Der Flughafen Rostock-Laage verfügt über bedeutende Infrastrukturvorteile: Maschinen jeder Größe können starten und landen, es gibt kein Nachtflugverbot, und von Berlin-Mitte ist der Airport nur zwei Autostunden entfernt. Die kurzen Wartezeiten und der entspannte Ablauf bilden einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber großen Flughäfen.
Der Terminal wurde ursprünglich für eine Million Passagiere pro Jahr gebaut – im Rekordjahr 2017 wurden 370.000 Passagiere abgefertigt. Nach den Einbrüchen durch die Corona-Pandemie und die Krise der Regionalflughäfen soll die Zahl der Passagiere 2026 auf 55.000 steigen. Bereits 2025 konnte der Flughafen eine schwarze Null schreiben.
Ausbildung und Zukunftsperspektiven
Neben dem Linienverkehr spielt die Pilotenausbildung eine wichtige Rolle. Die Lufthansa Group betreibt über ihre Tochtergesellschaft Lufthansa Aviation Training (LAT) einen wichtigen Standort der European Flight Academy (EFA) in Rostock-Laage. Jährlich sollen etwa 300 Piloten dort ihre praktische Ausbildung abschließen.
Auf Facebook zeigen Nutzer großes Interesse an weiteren Destinationen. Kommentare fordern verstärkt Flüge nach Spanien, auf die Kanaren oder nach Hurghada sowie innerdeutsche Verbindungen. Die Flughafenleitung wünscht sich einen runden Tisch mit allen Interessengruppen aus Mecklenburg-Vorpommern, um die Zukunft des Airports gemeinsam zu gestalten.
Mit der Kombination aus erweitertem Flugangebot, nachhaltiger Energieversorgung und der bewährten Kooperation mit der Bundeswehr positioniert sich der Flughafen Rostock-Laage für einen erfolgreichen Neustart in der norddeutschen Luftverkehrslandschaft.



