Exklusive Walsafari: Schnorcheln mit Buckelwalen in der Dominikanischen Republik
Schnorcheln mit Buckelwalen in der Dominikanischen Republik

Exklusive Begegnungen mit Buckelwalen in der Karibik

Während Whale Watching bereits ein besonderes Erlebnis darstellt, bietet das Schnorcheln mit Walen eine noch seltenere und intensivere Erfahrung. An der Silver Bank, einem flachen Unterwasser-Plateau nördlich der Dominikanischen Republik, können Abenteuerlustige diese einzigartige Begegnung mit den sanften Riesen der Meere wagen.

Die Vorbereitung für die Walsafari

Die Reise beginnt mit einer nächtlichen Fahrt von Puerto Plata an der Nordküste der Dominikanischen Republik zur Silver Bank an Bord der „Sea Hunter“. Schon am ersten Tag zeigt sich die Geduld der Teilnehmer, als Guide Jeff einen Einführungskurs abhält, bevor es ins Wasser geht. „Wir haben noch eine ganze Woche, um mit den Buckelwalen zu schnorcheln“, beruhigt Jeff die Gruppe und betont die Wichtigkeit eines achtsamen Verhaltens, um die Tiere nicht zu stören.

Jeff Pantukhoff, ein erfahrener Walexperte und Unterwasserfotograf, organisiert gemeinsam mit Gene Flipse, dem Gründer von Conscious Breath Adventures, diese einwöchigen Touren. Der Name des Anbieters spiegelt den respektvollen Umgang mit den Walen wider, bei dem das Bewusstsein für die Tiere im Vordergrund steht.

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Regeln für die Begegnung mit den Walen

Um die Wale nicht zu verscheuchen, gelten strenge Regeln: Die Teilnehmer lassen sich langsam mit den Flossen voran von der Bootskante ins Wasser gleiten, bleiben dicht zusammen, tauchen nicht zu den Walen ab und berühren sie nicht. Diese Vorsichtsmaßnahmen gewährleisten die Sicherheit sowohl der Menschen als auch der Tiere.

In den folgenden Tagen suchen die Guides Jeff, Gene und Catherine Cushenan, eine britische Meeresökologin, nach Buckelwalen, die meist im Halbschlaf am Meeresgrund in 15 Meter Tiefe liegen und alle 15 bis 20 Minuten zum Atmen an die Oberfläche kommen. Dies ist der Moment, in dem die hautnahe Begegnung möglich wird.

Hautnahe Momente mit neugierigen Walbabys

Endlich ist es soweit: Jeff geht ins Wasser, checkt die Lage und gibt das Zeichen. Im Wasser treibend, reihen sich die Teilnehmer auf und starren ins tiefe Blau. Eine Walmutter verharrt reglos, während ihr Kalb sich an ihre Flanke kuschelt. Plötzlich taucht das Baby in Pirouetten auf, um Luft zu holen, und nähert sich neugierig der Gruppe.

Mit nur wenigen Flossenschlägen ist das etwa vier Monate alte Tier bei den Schnorchlern. Es macht akrobatische Wendungen und scheint sich einen Spaß daraus zu machen, die Gruppe auseinanderzutreiben. Als der Mutter das Spiel zu bunt wird, taucht sie auf und drängt ihr Kalb weg. „Allein für diesen Moment hat sich die ganze Reise schon gelohnt“, ruft Sybille, eine Teilnehmerin aus München, begeistert.

Die Silver Bank als Kinderstube der Buckelwale

Die Silver Bank ist neben Tonga in der pazifischen Südsee einer der wenigen Orte weltweit, an dem man mit Buckelwalen schnorcheln kann. Jedes Jahr zwischen Januar und April versammeln sich hier bis zu 5.000 Buckelwale aus dem gesamten Nordatlantik, um sich in den warmen und geschützten Gewässern zu paaren, zu gebären und ihre Kälber aufzuziehen.

Die Unesco erklärte dieses über 20.000 Quadratkilometer große Gebiet 1986 zum Meeressäugetier-Schutzgebiet. Der Name Silver Bank stammt von spanischen Galeeren und Piratenschiffen, die hier oft kenterten. Nur drei Expeditionsschiffe, darunter die „Sea Hunter“ von Conscious Breath Adventures, haben Lizenzen für Walsafaris in diesem Schutzgebiet.

Majestätische Begegnungen und wissenschaftliche Einblicke

An einem windigen Morgen entdeckt Catherine eine Kuh und einen Bullen, die sich in der Tiefe aufhalten. Nach zwölf Minuten tauchen sie wieder auf, und die Gruppe positioniert sich an der Wasseroberfläche. Der Bulle, so groß wie ein Flugzeug, gleitet majestätisch vorbei, während die Teilnehmer seine Atmung hören und die geriffelten, weißen Bäuche sehen können.

Fast eineinhalb Stunden verbringen die Schnorchler mit den Walen, beobachten, wie der Bulle mit seiner Schwanzflosse aufs Wasser schlägt, um dem Weibchen zu imponieren. „Man fühlt sich wie in einer ‚National Geographic‘-Tier-Dokumentation“, sagt Michael Gfall, ein weiterer Teilnehmer.

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An den Abenden halten die Guides wissenschaftliche Vorträge über Buckelwale, die bis zu 18 Meter lang und 35 Tonnen schwer werden können. Die Jungen messen bei der Geburt bereits vier Meter, wiegen rund eine Tonne und benötigen bis zu 80 Liter Muttermilch täglich.

Ein unvergessliches Finale

Am letzten Tag der Expedition bietet sich ein spektakuläres Finale: Eine Gruppe junger Bullen springt immer wieder hoch aus dem Wasser, ein mögliches Balzverhalten oder einfach nur Spaß. Beim abendlichen Sundowner auf dem Oberdeck sind sich alle einig, dass diese hautnahen Begegnungen mit den Buckelwalen ein unvergessliches Naturschauspiel sind.

Blutrot versinkt die Sonne im Meer, während die Giganten am Horizont ihre akrobatischen Sprünge vollführen, als wollten sie sich gebührend verabschieden. Diese Reise an die Silver Bank bleibt als einzigartiges Erlebnis in Erinnerung, das die Verbindung zwischen Mensch und Natur auf beeindruckende Weise verdeutlicht.