Im Frühling zieht es viele Menschen nach draußen, um die erwachende Natur zu genießen. Besonders reizvoll sind Wanderungen, die zu einem rauschenden Wasserfall führen. In Oberbayern gibt es gleich mehrere solcher Routen, die sowohl für erfahrene Wanderer als auch für Familien mit Kindern geeignet sind. Ob der bekannte Hausbachfall in Reit im Winkl oder die versteckteren Josefsthaler Wasserfälle – jeder Wasserfall hat seinen eigenen Charme. Die AZ stellt vier ausgewählte Touren vor, die sich perfekt für einen Tagesausflug eignen.
Hausbach-Wasserfall in Reit im Winkl
Der Hausbachfall liegt im Norden von Reit im Winkl, nur einen kurzen Spaziergang vom Ortszentrum entfernt. Für viele Stammgäste ist der Besuch des Wasserfalls ein Pflichttermin während ihres Urlaubs. Die kleine Brücke hinter der Kriegerkapelle bietet ein beliebtes Fotomotiv. Die Gemeinde empfiehlt eine leichte Rundtour, die an der Tourist-Information (Dorfstraße 38) startet. Der Weg führt vorbei an blumengeschmückten Bauernhöfen zur Pfarrkirche St. Pankratius mit ihrem markanten Zwiebelturm und weiter durch die malerische Hadergasse. An der Gabelung der Hausbergstraße hält man sich links und geht bergauf. Vorbei an der Pankratiusquelle gelangt man über einen Pfad entlang von Felsen und einem Bächlein direkt zum Wasserfall. Über die Augustenruh erreicht man das evangelische Bergkirchlein, von wo aus der Rundweg gemütlich zurück zum Ausgangspunkt führt. Die Strecke ist 3,1 Kilometer lang, hat etwa 130 Höhenmeter und dauert rund eine Stunde.
Lainbach-Wasserfall oberhalb des Kochelsees
In der Region um den Kochel- und Walchensee lockt der Lainbach-Wasserfall mit einer abwechslungsreichen Rundtour, die auch an einem Vogellehrpfad vorbeiführt. Startpunkt ist der Kochler Bahnhof. Der 7,5 Kilometer lange Rundweg mit 190 Höhenmetern führt zunächst durch die Ortsmitte zum Rathaus und dann entlang der Alten Straße zum Aussichtspunkt Tiroler Kreuz. Von dort folgt man der Beschilderung zum Wasserfall. Die Route verläuft über eine längere Strecke und zahlreiche Stufen durch den schattigen Bergwald am Bach entlang. 14 Tafeln informieren über heimische Vögel und ihren Lebensraum. Nach steilen Stufen erreicht man eine Abzweigung, wo man links abkürzen kann. Der Rundweg führt weiter durch den Wald zu bunten Almwiesen, dann links auf einen Forstweg und zurück nach Kochel. Ein Abstecher zum Aussichtspunkt Kohlleite lohnt sich. Die Tour dauert etwa zweieinhalb Stunden. Feste Wanderschuhe mit guter Profilsohle, ausreichend Getränke und eine Brotzeit werden empfohlen, ebenso wie Wind-, Sonnen- und Regenschutz.
Die beiden Wasserfälle am Tatzelwurm
Am Tatzelwurm im Chiemgau gibt es einen oberen und einen unteren Wasserfall. Eine kurze Wanderung startet am Waldparkplatz Tatzelwurm. Der Weg führt vorbei an der Brücke, über die man zum Parkplatz gelangt, am Auerbach entlang bis zur ersten Brücke. Von dieser Brücke hat man von beiden Seiten eine gute Sicht auf die tosenden Wassermassen. Weiter geht es bergab, bis man rechts über einen kleinen Trampelpfad über Steine und Felsen auf eine Holzbrücke gelangt. Von dort steht man sicher direkt vor dem Wasserfall und spürt das kühle Nass. Die Strecke ist nur 900 Meter lang, hat wenige Höhenmeter und dauert etwa 30 Minuten. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, aber keine besondere Ausrüstung nötig.
Josefsthaler Wasserfälle in den Schlierseer Bergen
Vom Bahnhof Neuhaus wandert man nach Süden die Josefsthaler Straße entlang bis zu den letzten Häusern. Dort folgt man rechts der Beschilderung zu den Josefsthaler Wasserfällen, die bereits nach zehn Minuten erreicht sind. Der Weg wird dann steiler und führt am rauschenden Bach entlang. Nach einiger Zeit erreicht man eine kleine Lichtung mit einer Brücke – ein perfekter Platz für eine Pause. Weiter geht es bis zur Stockeralm. Dort hält man sich links und wandert entlang der alten Spitzingstraße zurück ins Tal. Die gesamte Strecke ist knapp drei Kilometer lang mit 144 Höhenmetern und dauert etwa eine Stunde. Empfohlen werden festes Schuhwerk, eventuell Stöcke und ausreichend Verpflegung.



