Preisschock auf dem Polenmarkt: Zigaretten werden drastisch teurer
Zigaretten-Preisschock auf dem Polenmarkt

Erneuter Preisschock auf dem Grenzmarkt in Swinemünde. Für die Besucher der Polenmärkte wird es seit März deutlich teurer. Der Stangenpreis für Zigaretten steigt im Schnitt um fünf Euro. Doch das ist erst der Anfang. Weitere Preissteigerungen sind geplant, ausgelöst durch die polnische Regierung, die mit höheren Steuern den Tabakkonsum senken will.

Hunderte Händler betroffen

In den Gassen des Grenzmarktes reihen sich Stände aneinander, an denen fein sortierte Zigarettenstangen ausliegen. Die Preise in Zloty und Euro sind auf kleinen Klebezetteln notiert. Hunderte solcher Verkaufsstellen gibt es in der Grenzregion zu Vorpommern. Doch diese könnten bald verschwinden. Die polnische Regierung erhöht seit Jahren die Verbrauchssteuer auf Tabakprodukte, um den Konsum zu reduzieren, Gesundheitsrisiken zu minimieren und die Staatseinnahmen zu steigern. Die neueste Welle: Ab 2027 soll eine Schachtel Zigaretten in Polen 2,70 Euro mehr kosten als 2024.

Steuererhöhungen in Stufen

Die Steuer wird schrittweise angehoben. Gestartet wurde im März 2025 mit einem Anstieg von 25 Prozent. Im Januar 2026 folgten weitere 20 Prozent. Für 2027 ist ein letzter Aufschlag von 15 Prozent geplant. Für die Händler ist das eine Katastrophe. David, seit 18 Jahren Zigarettenhändler auf dem Grenzmarkt in Swinemünde, verkauft derzeit noch Ware, die er vor der letzten Preiserhöhung eingekauft hat. „Ab März muss ich für die Stange fünf Euro mehr verlangen“, sagt er. Die Kundenzahl sei bereits jetzt stark gesunken. „Ich weiß nicht mehr, wo das hinführen soll. Immer mehr Kunden bleiben weg, weil alles zu teuer geworden ist.“

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Er erinnert sich an bessere Zeiten: „Früher habe ich eine Stange für 17 Euro verkauft.“ Heute kosten manche Marken wie Davidoff mit 70 Euro pro Stange fast so viel wie in Deutschland.

Auch Jakub, ein anderer Händler, macht seinem Ärger Luft. „Die scheiß Regierung ist schuld“, sagt der 30-Jährige. „Weil sie immer mehr Steuern will, zerstört sie unser Geschäft.“ Er habe noch Restbestände zu guten Preisen, aber sobald die neuen Preise gelten, rechnet er mit deutlichen Umsatzeinbußen.

Urlauber spüren die Teuerung

Nicht nur die Händler leiden. Rentnerin Rita P. aus Fulda ist mit ihrem Mann auf der Ostseeinsel Usedom im Urlaub. Bei einem Ausflug zum Polenmarkt berichtet sie: „So günstig, wie man immer hört, war der Einkauf nicht.“ Sie habe 50 Euro pro Stange bezahlt. Dass der Preis weiter steigen soll, findet sie ärgerlich. Ihr Tipp: Wer sparen will, sollte in Zloty oder mit Karte bezahlen, das drücke den Preis etwas. Trotz allem sei es immer noch günstiger als in Deutschland.

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