BASF-Mitarbeiter protestieren in Berlin gegen geplante Stellenverlagerung nach Indien
BASF-Protest in Berlin gegen Indien-Pläne

Massiver Protest gegen BASF-Pläne: Berliner Mitarbeiter wehren sich gegen Stellenverlagerung nach Indien

Am Freitag versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte des Chemiekonzerns BASF zu einer lautstarken Demonstration vor dem Servicezentrum des Unternehmens im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Protestaktion richtete sich gegen die angekündigte Verlagerung von Arbeitsplätzen von der deutschen Hauptstadt an einen neu geplanten globalen Hub in Indien. Die Chemie-Gewerkschaft IGBCE, die zu der Kundgebung aufgerufen hatte, sprach von einer breiten Mobilisierung der Belegschaft.

Unternehmenspläne stoßen auf massive Ablehnung

Der BASF-Konzern plant, Teile seiner Geschäftsbereiche Finanzen, Personal und globale Geschäftsdienstleistungen von Berlin nach Indien zu verlagern. Nach Unternehmensangaben sollen in der Hauptstadt lediglich Bereiche bestehen bleiben, „die sinnvoll auf regionaler Ebene gebündelt werden können“. Diese Ankündigung traf die Belegschaft laut Gewerkschaftsvertretern völlig unvorbereitet und löste erhebliche Verunsicherung aus.

Die BASF beschäftigt derzeit etwa 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrem Berliner Standort. Die Demonstranten forderten die Unternehmensleitung mit Trillerpfeifen und Protestplakaten auf, über Alternativen zu den Verlagerungsplänen zu verhandeln und den Standort Berlin langfristig zu sichern.

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Gewerkschaft und Politik solidarisieren sich mit den Beschäftigten

Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, betonte in einer emotionalen Rede die historische Bedeutung des Berliner Standorts: „Gemeinsam wurde sich vor über 20 Jahren zum Standort bekannt, gemeinsam haben wir den Standort aufgebaut, die Beschäftigten Verzicht geübt, gemeinsam werden wir den Standort verteidigen.“ Sie verwies darauf, dass Berlin für BASF über Jahrzehnte ein verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort gewesen sei.

Besondere Aufmerksamkeit erregte der Auftritt von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner. Der CDU-Politiker hielt eine Solidaritätsrede und forderte einen verantwortungsvollen Umgang mit den Beschäftigten. Wegner hatte sich bereits zuvor besorgt über die BASF-Pläne geäußert und angekündigt, Gespräche mit der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern führen zu wollen.

Ungewisse Zukunft für den Berliner BASF-Standort

Die Demonstration markiert den vorläufigen Höhepunkt eines Konflikts, der die Zukunft des Berliner BASF-Standorts grundlegend in Frage stellt. Während das Unternehmen betont, bestimmte Bereiche in der Hauptstadt erhalten zu wollen, fürchten die Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze und die langfristige Perspektive des Standorts.

Die Gewerkschaft IGBCE kündigte an, den Druck auf die BASF-Leitung weiter zu erhöhen und für den Erhalt aller Arbeitsplätze in Berlin zu kämpfen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Proteste und die politische Unterstützung zu einer Revision der Unternehmenspläne führen können.

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