Berentzen verfehlt Umsatzziel: Konsumflaute bei Alkohol belastet Getränkehersteller
Der Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen aus Haselünne spürt deutlich die sinkende Nachfrage nach alkoholischen Getränken. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen einen spürbaren Rückgang bei Umsatz und Gewinn, wie aktuelle Unternehmenszahlen belegen. Der Umsatz schrumpfte im Vergleich zu 2024 um mehr als zehn Prozent auf 162,9 Millionen Euro. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim Betriebsgewinn aus, der vor Zinsen und Steuern mit 8,5 Millionen Euro etwa 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag.
Herausfordernde Marktbedingungen belasten Geschäft
Vorstandschef Oliver Schwegmann kommentierte die Entwicklung mit deutlichen Worten: „Wir sehen anhaltend herausfordernde Marktbedingungen, die sich entsprechend auch in unseren Umsatzerlösen niedergeschlagen haben.“ Ein Teil des Rückgangs lässt sich auf den Verkauf einer Betriebsstätte in Grüneburg zurückführen, von der sich Berentzen Ende 2024 getrennt hatte. Doch darüber hinaus macht sich ein grundlegend verändertes Konsumverhalten bemerkbar.
Schwegmann betonte, dass sich dieser Trend besonders im deutschen Spirituosenmarkt zeigt, der von deutlichen Absatzrückgängen geprägt sei. Von dieser allgemeinen Marktentwicklung sei auch die Berentzen-Gruppe in vollem Umfang betroffen. Die veränderte Einstellung der Verbraucher zu alkoholischen Getränken stellt damit eine strukturelle Herausforderung für das gesamte Unternehmen dar.
Mehrfach gesenkte Prognosen werden nicht erreicht
Besonders bemerkenswert ist, dass Berentzen am Ende sogar die zuvor mehrfach gesenkte eigene Umsatzprognose verfehlte. Nach einem schwachen ersten Halbjahr 2025 hatte das Unternehmen die Umsatzerwartungen zunächst von bis zu 190 Millionen auf maximal 178 Millionen Euro zurückgeschraubt. Im Oktober folgte eine weitere Korrektur auf maximal 169 Millionen Euro. Das tatsächliche Ergebnis fiel mit 162,9 Millionen Euro noch einmal um gut 6 Millionen Euro niedriger aus.
Beim Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern konnte Berentzen dagegen die zuletzt angepassten Erwartungen erfüllen. Mit 8,5 Millionen Euro lag das Ergebnis innerhalb der vorhergesagten Spanne von 8,0 bis 9,5 Millionen Euro. Allerdings war auch dieses Ziel bereits im Sommer 2025 gesenkt worden – ursprünglich hatte Berentzen hier noch 10 bis 12 Millionen Euro angepeilt.
Breites Portfolio mit bekannten Marken
Zur Berentzen-Gruppe gehören neben der Stammmarke Berentzen weitere bekannte Spirituosen wie Doornkaat und Bommerlunder. Das Unternehmen hat sein Portfolio in den letzten Jahren zudem um alkoholfreie Getränke erweitert. Dazu zählen die Marken Mio Mio und, in Lizenz produziert, Sinalco. Diese Diversifizierung könnte in Zukunft an Bedeutung gewinnen, während der traditionelle Spirituosenmarkt weiter unter Druck steht.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie stark sich veränderte Konsumgewohnheiten auf etablierte Getränkehersteller auswirken können. Berentzen steht damit exemplarisch für eine Branche, die sich an neue Marktrealitäten anpassen muss. Die kommenden Geschäftsberichte werden zeigen, ob das Unternehmen erfolgreich auf die veränderten Verbraucherpräferenzen reagieren kann.



