Berentzen verfehlt Umsatzziel massiv: Spirituosenmarkt in der Krise
Der traditionsreiche Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen aus Haselünne steckt in ernsthaften Schwierigkeiten. Trotz mehrfacher Prognosekorrekturen hat das Unternehmen sein Erlösziel für das Geschäftsjahr 2025 deutlich verfehlt. Der Umsatz sank um gut zehn Prozent auf lediglich 162,9 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern verzeichnete der Konzern ein Minus von rund zwanzig Prozent auf 8,5 Millionen Euro.
Mehrfache Prognosekorrekturen ohne Erfolg
Bereits nach dem schwachen ersten Halbjahr 2025 hatte Berentzen die ursprünglichen Erwartungen von bis zu 190 Millionen Euro auf maximal 178 Millionen Euro zurückgeschraubt. Im Oktober folgte die nächste Korrektur auf maximal 169 Millionen Euro. Am Ende wurden sogar noch einmal gut sechs Millionen Euro weniger erreicht als diese bereits reduzierten Prognosen.
Vorstandschef Oliver Schwegmann erklärte die Situation mit „anhaltend herausfordernden Marktbedingungen, die sich entsprechend auch in unseren Umsatzerlösen niedergeschlagen haben“. Ein wesentlicher Grund sei der Verkauf einer Betriebsstätte in Grüneburg, von der sich der Konzern Ende 2024 getrennt hatte. Hinzu komme ein deutlich verändertes Konsumverhalten der Verbraucher.
Deutscher Spirituosenmarkt schwächelt massiv
Der gesamte deutsche Spirituosenmarkt befindet sich in einer anhaltenden Schwächephase. „Auch die Gruppe bekommt das zu spüren“, so Schwegmann weiter. Die sinkende Nachfrage nach alkoholischen Getränken trifft den Hersteller von Marken wie Doornkaat und Bommerlunder besonders hart.
Zum Konzern gehören neben der Stammmarke Berentzen auch die bekannten Spirituosenmarken Doornkaat und Bommerlunder. Ergänzt wird das Portfolio durch alkoholfreie Getränke wie Mio Mio und Sinalco, die über Lizenzverträge vertrieben werden.
Betriebsgewinn im Rahmen der Prognose
Ein kleiner Lichtblick zeigt sich beim Betriebsgewinn: Mit 8,5 Millionen Euro erreichte der Getränkehersteller die selbst gesteckte Spanne von 8,0 bis 9,5 Millionen Euro. Allerdings war auch dieses Ziel bereits im Sommer 2025 gesenkt worden. Zuvor hatte Berentzen noch 10 bis 12 Millionen Euro erwartet.
Die aktuelle Entwicklung bei Berentzen spiegelt einen breiteren Trend in der Getränkeindustrie wider, wo traditionelle Spirituosenhersteller mit veränderten Konsumgewohnheiten und gesellschaftlichen Trends zu kämpfen haben. Die Zukunft des Unternehmens hängt nun maßgeblich von seiner Fähigkeit ab, sich an diese neuen Marktbedingungen anzupassen.



