Matratzenhersteller Bönning + Sommer meldet Insolvenz an
Bönning + Sommer insolvent: 109 Mitarbeiter betroffen

Der deutsche Matratzenhersteller Bönning + Sommer mit Sitz in Warburg (Nordrhein-Westfalen) hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Bielefeld bestellte Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilman Streitbörger zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Das Familienunternehmen produziert Matratzen, Topper, Bettdecken und Schaumstoffe und beschäftigt 109 Mitarbeiter.

Ursachen der Insolvenz

Insolvenzverwalter Streitbörger nennt gegenüber BILD den anhaltenden Verdrängungswettbewerb in der Matratzenbranche als Hauptgrund: „In der Matratzen-Branche findet seit Jahren ein Verdrängungswettbewerb statt. Bei acht Millionen Matratzen, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden, wollen alle was vom Kuchen abhaben.“ Dieser Konkurrenzkampf habe zuletzt auch die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH in Thüringen in die Pleite getrieben.

Ein weiterer Faktor sei die Expansion von Ikea mit neuen Produktionen und Lieferanten aus Osteuropa. Zudem hätten verbesserte Transportmöglichkeiten den Import günstiger Matratzen aus China begünstigt: „Die werden mittlerweile so eng vakuumiert, dass es klappt.“ Auch das Verbraucherverhalten habe sich verändert: „Man überlegt mittlerweile, ob die alte Matratze nicht doch noch zwei weitere Jahre hält“, so Streitbörger.

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Zukunft des Unternehmens

Trotz der Insolvenz zeigt sich Streitbörger optimistisch: „Es sind ja insgesamt 13 Gesellschaften, von denen drei Kerngesellschaften jetzt einen Insolvenzantrag gestellt haben. Ich muss das Firmenkonstrukt entflechten, dann kann das schon gelingen.“ Die Gehälter der 109 Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Eine verlässliche Antwort zur weiteren Entwicklung könne er noch nicht geben, aber: „Erstmal geht es aber weiter.“

Erst im Sommer 2024 hatte Bönning + Sommer die Lapur-Schäumerei in Northeim (Niedersachsen) inklusive dreier Werkshallen übernommen, um Schaumstoff für die Matratzen selbst herzustellen und unabhängiger von Lieferanten zu werden. Diese Expansion konnte die Insolvenz jedoch nicht verhindern.

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