Brauer-Boss fordert Bier-Beben: Kastenpreis muss auf 25 Euro steigen
Brauer-Boss: Bierkasten muss 25 Euro kosten

Brauer-Boss fordert Bier-Beben: Der Kasten muss 25 Euro kosten!

Ob beim gemütlichen Grillabend, zum entspannten Feierabend, im ausgelassenen Karneval oder zur deftigen Stadionwurst – ein frisch gezapftes Bier gehört für unzählige Deutsche einfach zur Alltagskultur. Doch genau dieses traditionelle Stück Lebensart könnte in naher Zukunft deutlich teurer werden. Bis zu stolze 25 Euro pro Kiste – so viel müsste Bier nach Ansicht von Branchenvertretern kosten, damit mittelständische Brauereien endlich „auskömmlich wirtschaften“ können. Das fordert Georg Schneider, der Präsident des Bayerischen Brauerbundes, in einem aktuellen Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“.

Preisdruck für mittelständische Brauereien

„Gerade die kleineren und mittelständischen Brauereien stehen vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen. Denn die aktuellen Preise für Bier in Deutschland sind im internationalen Vergleich nach wie vor deutlich zu niedrig“, erklärt der Brauer-Boss aus Kelheim in Bayern gegenüber der Lokalzeitung. Preise von lediglich 14,99 oder 15,99 Euro pro Kiste seien für große Konzerne mit ihrer Marktmacht vielleicht noch tragbar. Für viele traditionelle Familienbrauereien reiche diese Margen jedoch bei weitem nicht aus, um langfristig zu überleben.

Historischer Tiefstand beim Bierabsatz

Die ohnehin angespannte Lage wird zusätzlich verschärft, weil in Deutschland kontinuierlich weniger Bier getrunken wird. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes eindrucksvoll. Demnach sank der Bierabsatz der Brauereien im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent beziehungsweise um satte 497,1 Millionen Liter. Insgesamt wurden damit „nur“ noch rund 7,8 Milliarden Liter verkauft – ein historischer Tiefstand! Erstmals in der Geschichte fiel der Bierabsatz damit unter die magische Marke von 8 Milliarden Litern.

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Dieser deutliche Rückgang trifft sowohl große als auch kleine Anbieter gleichermaßen:

  • Die renommierte Bitburger Brauereigruppe verzeichnete ein Umsatzminus von 5,7 Prozent.
  • Die traditionsreiche Flensburger Brauerei meldete sogar ein Minus von 7,6 Prozent.

Bitburger sieht dabei vor allem die kontinuierlichen Preissteigerungen als Hauptgrund für den sinkenden Konsum. Das Unternehmen bezeichnete das vergangene Geschäftsjahr als „extrem schwierig für die gesamte Branche“.

Kritik an Gesundheitskampagnen

Georg Schneider nennt jedoch noch weitere Ursachen für die schwierige Situation: Er wirft Gesundheitsbehörden, Ernährungswissenschaftlern und der Politik vor, auch maßvollen Alkoholkonsum pauschal zu verteufeln. Die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) hatte zum Jahreswechsel beispielsweise alle Bayern ermutigt, sich an der europaweiten Aktion „Dry January“ zu beteiligen – also einen ganzen Monat lang konsequent auf Alkohol zu verzichten.

„Im Prinzip ist das ein Boykottaufruf für unsere Produkte, und meine Kollegen waren alles andere als amused“, so Schneiders deutliche Kritik. Dennoch sieht der erfahrene Branchenvertreter die deutsche Brauwirtschaft nicht am Ende. Regionale Spezialbiere und innovative neue Getränke böten durchaus Chancen – auch in der alkoholfreien Sparte. „Wir haben es im Moment nicht leicht als Branche, aber wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen“, resümiert Schneider mit einem Augenzwinkern.

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