Schwäbischer Teigwarenhersteller setzt auf Expansion
Während das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 nur minimal ausfiel und Ökonomen für 2026 eine leicht bessere Konjunktur erwarten, zeigt sich ein Wirtschaftszweig besonders robust: die Maultaschenbranche. Der traditionsreiche schwäbische Lebensmittelhersteller Bürger kündigt nun umfangreiche Investitionspläne an, die das Unternehmen weiter stärken sollen.
Millioneninvestitionen in Produktionskapazitäten
In den kommenden drei Jahren will Bürger mehr als 70 Millionen Euro in den Ausbau seines Werks in Crailsheim im Kreis Schwäbisch Hall investieren. Das Investitionspaket umfasst vier neue Produktionslinien für Teigwaren, den Bau einer eigenen Metzgerei sowie ein zusätzliches Gebäude. Diese Maßnahmen sollen die Produktionseffizienz steigern und die Kapazitäten deutlich erweitern.
Geschäftsführer Martin Bihlmaier betont die strategische Bedeutung dieser Investitionen: "Trotz spürbarer Kostensteigerungen investieren wir weiter, weil wir langfristig denken und weitere große Absatzchancen in Deutschland erkennen." Besonders bei Eiern musste das Unternehmen im vergangenen Jahr mit deutlich erhöhten Preisen zurechtkommen, was die Gewinnmargen unter Druck setzte.
Solide Umsatzentwicklung bei traditionellen Produkten
Der Umsatz mit Maultaschen, Spätzle, Schupfnudeln, Gnocchi und anderer Pasta stieg im vergangenen Jahr um beinahe drei Prozent auf beachtliche 312,8 Millionen Euro an. Bürger bewertete das Geschäftsjahr als "solides Geschäftsjahr", machte jedoch keine detaillierten Angaben zum erzielten Gewinn. Die tägliche Produktionsmenge von Maultaschen belief sich 2025 auf rund 2,9 Millionen Stück – eine beeindruckende Zahl, die den hohen Bedarf an dem schwäbischen Traditionsgericht unterstreicht.
Das Unternehmen ist breit aufgestellt und erzielt zwei Drittel seiner Erlöse mit dem Lebensmitteleinzelhandel. Weitere 34 Prozent des Umsatzes generiert Bürger durch Geschäfte mit Großküchen, ausgewählten Industriekunden sowie der Hotellerie und Gastronomie. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 1300 Mitarbeiter an seinen beiden Standorten in Ditzingen und Crailsheim.
Von handgemachten Anfängen zum Marktführer
Die Unternehmensgeschichte von Bürger begann 1934 mit der Gründung durch Richard Bürger in Stuttgart. Die Produktion von Maultaschen startete 1963 zunächst in Handarbeit mit einer Tagesproduktion von etwa 1000 Stück. Bereits ein Jahr später entwickelte das Unternehmen die erste Maultaschenmaschine, was den Grundstein für die industrielle Fertigung legte. Heute gilt Bürger nach eigenen Angaben als Marktführer im Bereich gekühlter Teigwaren in Deutschland.
Die geplanten Investitionen zeigen, dass das Unternehmen trotz allgemeiner wirtschaftlicher Herausforderungen weiter auf Wachstum setzt und von der anhaltenden Beliebtheit traditioneller Teigwaren überzeugt ist. Die Expansion der Produktionskapazitäten soll Bürger in die Lage versetzen, die steigende Nachfrage nach Maultaschen und anderen Teigwaren auch in Zukunft zu bedienen und seine Marktposition weiter auszubauen.



