Bullen-Sprung: Rodeo-Veranstalter droht Millionenklage
Das jährliche Rodeo im Städtchen Sisters in Oregon, beworben als „die größte kleine Show der Welt“, könnte für die Veranstalter teuer werden. Vor zwei Jahren sprang ein Bulle namens „Party Bus“ in die Zuschauermenge. Zwei Besucherinnen, die dabei verletzt wurden, fordern nun insgesamt 11,5 Millionen Dollar Schmerzensgeld – umgerechnet rund 10 Millionen Euro. US-Medien berichten über die Klage.
Der Vorfall: „Party Bus“ springt über den Zaun
Im Juni 2024 veranstalteten die Sisters Rodeo Association und Corey & Lange Rodeo Co. ihren Wettkampf. Die Ränge waren gut gefüllt, als „Party Bus“ von mehreren Cowboys durch die Arena getrieben wurde. Mit Anlauf sprang das hunderte Kilo schwere Tier über den fast 1,80 Meter hohen Zaun und landete in der Menge. Handyaufnahmen zeigen, wie der Bulle anschließend über den Vorplatz rannte. Menschen mit Cowboyhüten brachten sich in Sicherheit, einige retteten sich in Dixie-Klos.
Bei dem Bullen-Angriff wurden vier Menschen verletzt. Zwei von ihnen haben jetzt Klage eingereicht. Allison Hickey gibt an, „Party Bus“ sei nach seinem Sprung auf ihr gelandet. Sie erlitt Brüche an Arm und Schulter an vier Stellen sowie eine Quetschung am Bein. Für die erlittenen Schmerzen fordert sie 9,25 Millionen Dollar (etwa 8 Millionen Euro). Kristin Wert wurde von dem Tier in der Nähe eines Imbissstandes in die Luft geschleudert und anschließend überrannt. Dabei zog sie sich schwere Verletzungen an Beinen, Arm und Schulter zu. Sie verlangt 2,3 Millionen Dollar (knapp 2 Millionen Euro).
Vorwürfe: Bulle angestachelt?
Die Klägerinnen behaupten, der dreijährige „Party Bus“ habe eine „für die Branche ungewöhnliche und gefährliche Verhaltensweise“ gezeigt. Konkret werfen sie den Veranstaltern vor, den Bullen angestachelt zu haben, „um eine gesteigerte Leistung zu Unterhaltungszwecken zu erzielen“. Zudem hätten sich die Organisatoren an dem Unglück bereichert, indem sie T-Shirts und andere Artikel mit dem Motiv des springenden Tieres verkauften. Die Beschuldigten weisen alle Vorwürfe zurück.



