Bund lehnt Unicredit-Übernahmeangebot für Commerzbank ab
Bund lehnt Unicredit-Übernahmeangebot für Commerzbank ab

Bund erteilt Unicredit deutliche Absage

Die italienische Großbank Unicredit will die deutsche Commerzbank übernehmen, muss in ihrem Übernahmekampf jedoch einen Rückschlag hinnehmen: Der Bund, mit zwölf Prozent der zweitgrößte Aktionär des Frankfurter Geldhauses, hat den Plänen eine klare Absage erteilt. Man werde das Tauschangebot von Unicredit nicht annehmen, teilte die staatliche Finanzagentur am Dienstag mit. Das habe der Lenkungsausschuss beschlossen, der für die Beteiligungen des Bankenrettungsfonds zuständig ist.

„Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält“, hieß es in der Mitteilung. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot läuft am Dienstag ab.

Strategie der Eigenständigkeit unterstützt

Der Bund stellte sich auch inhaltlich gegen Unicredit: „Darüber hinaus unterstützt der Lenkungsausschuss die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank AG und lehnt das aggressive Vorgehen der Unicredit SpA ab“, so die Mitteilung. „Die Commerzbank AG spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands. Sie ist als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt. Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Unicredit bietet Aktientausch

Die Unicredit hat im Mai eine freiwillige Offerte für die Commerzbank vorgelegt und bietet eigene Aktien zum Tausch. Die Großbank aus Mailand bekam nach jüngsten Angaben rund 11 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde der Anteil der Unicredit rechnerisch auf rund 38 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Die Übernahmefrist läuft bis zu diesem Dienstag, soll aber bis zum 3. Juli verlängert werden.

Eskalation des Übernahmekampfs

Der Übernahmekampf war zuletzt eskaliert. So drohte die Unicredit der Commerzbank mit einem Austausch von Aufsichtsrat und Vorstand, sollte sie auf der Hauptversammlung genug Unterstützung von Aktionären erlangen. Die Commerzbank wiederum sieht bei den Angaben der Unicredit ein falsches Spiel und hat die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Sie kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken, mit denen die Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht, und nicht von unabhängigen Aktionären. Denn für diese wäre das Angebot der Unicredit, das unter dem Aktienkurs der Commerzbank liegt, ein Verlustgeschäft. Die Unicredit wies die Kritik wiederholt zurück.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration