Hightech-Projekt: DMK produziert Lactoferrin für Babynahrung in Klatzow
DMK baut Lactoferrin-Produktion in Klatzow aus

Altentreptow entwickelt sich zum Hightech-Standort im Bereich Molkereiprodukte. So sorgt in diesen Tagen das Deutsche Milchkontor (DMK) im Ortsteil Klatzow für besonderes Aufsehen. Das Werk baut dort ein neues Produktionsgebäude, das zur Herstellung von Lactoferrin dient. Das hochwertige Milchprotein soll vor allem als Ergänzung für Babynahrung dienen.

Werk in Klatzow wird zum Branchen-Leuchtturm

Interessant ist dieses Protein zudem in den Bereichen Ernährung und Gesundheit, erklärt DMK-Geschäftsführer Frans Vlaar. „Die Produktion von Lactoferrin ist für die DMK wie ein Leuchtturm. Zugleich sorgt es auch bundesweit für Aufsehen – denn viele Betriebe gibt es nicht, die das Protein erzeugen können.“ Der DMK-Standort Altentreptow war im März 1995 in Betrieb genommen worden. „Am Anfang stellten wir 27.000 Tonnen Käse her. Im Laufe der Jahre konnten wir die Produktion enorm ausweiten“, sagt Werksleiter Sebastian Strehlow. „Heute werden täglich bis zu 1,3 Millionen Liter Milch verarbeitet.“ Die Milch kommt von Bauern aus der Region im Umkreis von 200 Kilometern.

Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Am Standort in Klatzow wird zusätzlich die bei der Käseherstellung anfallende Molke zu Proteinpulver verarbeitet. Es kommt weiterer Käse von anderen Standorten hinzu, der hier zu Ende verarbeitet wird. Rund 430 Mitarbeiter stellen in Altentreptow Butterkäse, Edamer, Gouda und Sylter her. Für die Herstellung von Lactoferrin geht ein neues Produktionsgebäude an den Start, dadurch sollen nach Auskunft des Werksleiters weitere 15 Arbeitsplätze geschaffen werden.

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Ein Protein, das vor Infektionen schützt

Lactoferrin sei gerade für Babys ein sehr wichtiges Produkt, betont Geschäftsführer Vlaar. Der Körper bildet Eisen, von dem besonders Bakterien und Viren im Körper zehren. Nehmen diese überhand, erkrankt der Mensch. Besonders Babys sind da anfällig. „Das Lactoferrin wiederum bindet Eisen und entzieht somit den Bakterien und Viren die Nahrung. Somit wird der Körper vor Infektionen geschützt“, erklärt Frans Vlaar. „Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Babys. Mit Lactoferrin in der Babynahrung möchten wir die Muttermilch so gut wie möglich imitieren.“

Schon in den vergangenen Monaten wurde in Klatzow Lactoferrin in einer Chromatografie-Anlage erzeugt, diese Maschine entzieht der Milch das Protein. „In einem Liter sind etwa 120 Milligramm Lactoferrin enthalten. Die restliche Milch wird nach dem Extrahieren des Lactoferrins wie gewohnt zu Käse verarbeitet“, schildert Sebastian Strehlow. „Auf die Käseherstellung hat die Entnahme des Lactoferrins keinerlei Auswirkung, da es als Kleinstkomponente der Milch nicht für die Käseherstellung benötigt wird.“

Investition von 25 Millionen Euro

Insgesamt kostet das Projekt den Konzern rund 25 Millionen Euro. Verarbeitet wird das Lactoferrin sowohl als Pulver als auch in flüssiger Form. Die DMK-Gruppe stellt in einem anderen Geschäftszweig selbst Babynahrung her. „Dort kann das in Klatzow erzeugte Lactoferrin aber nur zu einem kleinen Teil der Produktion verwertet werden“, schildert Sebastian Strehlow. „Unser Hauptgeschäft liegt im Export an andere Unternehmen. Momentan kostet ein Kilogramm Lactoferrin rund 600 Dollar.“

Denn in Deutschland und selbst in Europa gebe es nur wenige Molkereien, die Lactoferrin erzeugen können. Damit bewegt sich die Klatzower DMK-Molkerei im Bereich der Hochtechnologie. Dem Unternehmen half es dabei, dass bereits Fachleute im Werk arbeiten, die sich mit neuen Technologien auskennen. „Durch die neue Anlage wird dieser Standort nachhaltig gestärkt“, sagt Geschäftsführer Frans Vlaar, „sie leistet einen bedeutenden Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen.“

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