Dreame: Der rasante Aufstieg vom Saugroboter-Spezialisten zum Technologiekonzern
In weniger als einem Jahrzehnt hat sich das chinesische Unternehmen Dreame von einem Anbieter für Saugroboter zu einem breit aufgestellten Technologiehersteller entwickelt. Seit der Gründung im Jahr 2017 verfolgt das Unternehmen eine aggressive Expansionsstrategie und dringt mit hohem Tempo in immer neue Produktkategorien vor.
Internationaler Durchbruch mit Reinigungsrobotern
Den internationalen Durchbruch erzielte Dreame mit seinen Saug- und Wischrobotern. Durch eine Kombination aus hoher Reinigungsleistung, fortschrittlicher LiDAR-Navigation und vergleichsweise aggressiven Preisen setzte das Unternehmen Wettbewerber wie Roborock oder Ecovacs unter Druck. Nach eigenen Angaben erreicht Dreame heute mehr als 20 Millionen Nutzer in über 100 Ländern weltweit.
Besonders auffällig ist die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit des Unternehmens. Neue Modelle erscheinen in kurzen Abständen auf dem Markt, und innovative Funktionen wie automatische Reinigungsstationen oder Mähroboter ohne Begrenzungskabel werden frühzeitig in Serienprodukte überführt und direkt am Markt erprobt.
Drei Marken, eine Strategie
Neben der Kernmarke Dreame sind die Marken Mova und NexLawn zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Während die Hauptmarke Dreame vor allem das mittlere und obere Preissegment abdeckt, positioniert sich Mova im günstigeren Segment. NexLawn konzentriert sich ausschließlich auf Gartengeräte wie Mähroboter.
Auffällig ist jedoch, dass sich Technik und Software der verschiedenen Marken häufig ähneln, was die Abgrenzung für Kunden erschweren kann. Das aktuelle Portfolio umfasst Saugroboter, Nass- und Trockensauger, Poolroboter, Mähroboter sowie spezielle Geräte wie das Dampfbügeleisen RotaFly P7. Mit dem Aura Mini-LED 4K TV ist Dreame zudem in den Fernsehmarkt eingestiegen.
Innovationen und Zukunftsvisionen
Auf der CES 2026 präsentierte Dreame den A3 AWD Pro, einen Mähroboter mit Allradantrieb. Noch bemerkenswerter war jedoch die Ankündigung der „ersten öffentlichen Vorstellung einer unabhängigen Automobilmarke, die von der Muttergesellschaft initiiert wurde“. Das Unternehmen betonte dabei den Konzeptcharakter dieser Entwicklung.
Forschung und Entwicklung im Fokus
Am Hauptsitz in Suzhou, China, betreibt Dreame einen großen Campus mit Showrooms und umfangreichen Testflächen. In einem separaten Testzentrum werden Geräte unter realitätsnahen Bedingungen geprüft – teils manuell, teils über automatisierte Prüfstände. Sogar eine selbstreinigende Katzentoilette wird dort mit lebenden Tieren getestet.
Technologisch setzt Dreame auf eine Kombination aus LiDAR-Sensoren, Kameras und KI-gestützter Software. In Bezug auf Datenschutz betont das Unternehmen, dass personenbezogene Daten von Nutzern in der Europäischen Union ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert werden.
Stärken und Herausforderungen
Als größte Stärke des Unternehmens gilt das hohe Innovationstempo. Gleichzeitig zeigen verschiedene Tests, dass Software, Nutzerführung und Kundensupport nicht immer das Niveau etablierter Premiumanbieter erreichen. Ein geschlossenes Ökosystem über alle Produktkategorien hinweg ist bislang nur eingeschränkt erkennbar.
Die rasante Expansion von Dreame zeigt, wie schnell sich ein Unternehmen vom Nischenanbieter zum breit aufgestellten Technologiekonzern entwickeln kann. Ob das hohe Tempo nachhaltig ist und ob alle Produktkategorien gleichermaßen erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten.



