Die Fifa hat offenbar Zahlungen in Millionenhöhe an mehrere US-Städte, die als Austragungsorte der Weltmeisterschaft 2026 fungieren, nicht geleistet. Das Online-Portal „The Athletic“ berichtet, dass die Städte auf versprochene Gelder für soziale Projekte warten. Diese Summen hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) vor der Klub-Weltmeisterschaft 2025 angekündigt.
Versprechen vor der Klub-WM 2025
Infantino hatte den elf Austragungsorten der Klub-WM 2025 jeweils eine Million Dollar (rund 867.000 Euro) für soziale Projekte zugesagt. Nach dieser Ankündigung fragten die US-Spielorte der WM 2026 nach, ob sie ebenfalls mit einer solchen Zahlung rechnen könnten. Laut „The Athletic“ behaupten vier anonyme Funktionäre, die in den WM-Städten für die Austragung zuständig sind, dass die Fifa diese Frage bejaht habe.
In mehreren Meetings soll dieses Versprechen immer wieder mündlich erneuert worden sein. Eine offizielle Mitteilung der Fifa zu diesem Thema gibt es jedoch nicht. Bislang sind die Zahlungen auch nicht eingegangen. Die Städte erkundigen sich inzwischen regelmäßig bei der Fifa nach dem Stand der Dinge.
Diskrepanz zwischen Gewinnen und Zahlungen
Besonders für Unverständnis sorgt die Diskrepanz zwischen den Milliarden-Gewinnen der Fifa und den ausbleibenden, vergleichsweise geringen Zahlungen an die Städte. Laut der englischen Zeitung „The Guardian“ nahm der Verband allein durch die Weltmeisterschaft im Juni und Juli 15 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro) ein. Das Fifa-Budget für die WM-Ausrichtung soll dagegen bei 2,7 Milliarden Dollar (rund 2,34 Milliarden Euro) gelegen haben.
Auf Nachfrage von „The Athletic“ wollte sich die Fifa nicht äußern. Für die Städte beeinträchtigt das Zögern der Fifa die wirtschaftliche Planung. Zahlreiche Spielorte werten das Turnier finanziell aus und sind sich unsicher, ob sie noch mit der Fifa-Summe planen können.
Infantino kämpft ums Überleben
Infantino dürfte die Angelegenheit momentan wohl nur sekundär stören. Nach dem Scheitern seiner WM-Privatisierungspläne kämpft der Fifa-Boss ums machtpolitische Überleben. Die ausstehenden Zahlungen könnten seine Position weiter schwächen.



