Der Gesundheitskonzern Fresenius hat seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Grund sei die starke operative Geschäftsentwicklung der Kerngeschäfte, teilte das im Dax gelistete Unternehmen am Dienstagabend mit. Die starke operative Performance bei Fresenius Kabi und Fresenius Helios sowie ein verbessertes Zinsergebnis hätten die Ergebnisentwicklung unterstützt. Auf dieser Basis und angesichts der Geschäftsaussichten für das zweite Halbjahr 2026 werde der Ausblick für das währungsbereinigte Wachstum des Kern-Ergebnisses je Aktie von bislang fünf bis zehn auf nun zehn bis 15 Prozent angehoben.
Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal habe sich der Konzern-Umsatz organisch um sechs Prozent auf 5,864 Milliarden Euro erhöht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Konzern vor Sondereinflüssen stieg währungsbereinigt um zehn Prozent auf 719 Millionen Euro. Die Ebit-Marge habe sich um 60 Basispunkte auf 12,3 Prozent verbessert. Diese Zahlen zeigen eine deutliche operative Beschleunigung gegenüber dem Vorjahr.
Für das Geschäftsjahr 2026 werde im Konzern unverändert ein organisches Umsatzwachstum von vier bis sieben Prozent erwartet. Der Ausblick berücksichtige jedoch keine möglichen Extremszenarien, die sich aus dem dynamischen geopolitischen und makro-ökonomischen Umfeld ergeben könnten, hieß es weiter.
Weitere Unternehmensmeldungen im Überblick
Neben Fresenius haben zahlreiche weitere Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt. So steigerte der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk seinen Quartalsgewinn und hob seine Prognosen an. Der Hersteller des Abnehmmittels Wegovy meldete für das zweite Quartal einen bereinigten Betriebsgewinn von 33,4 Milliarden dänischen Kronen (rund 4,5 Milliarden Euro), elf Prozent über dem Vorjahreswert. Analysten hatten im Mittel nur 28,7 Milliarden Kronen erwartet. Im Gewinn nicht enthalten sind Abschreibungen von 6,3 Milliarden Kronen auf die Medikamenten-Pipeline, darunter vier Milliarden auf die experimentelle Abnehmpille Monlunabant. Novo Nordisk kämpft gegen den US-Konzern Eli Lilly um die Vorherrschaft am Markt für Abnehmmedikamente, der bis 2030 ein Volumen von über 100 Milliarden Dollar pro Jahr erreichen könnte.
Der Bildverarbeitungs-Spezialist Basler hat seinen Umsatz im Halbjahr gesteigert und die Jahresprognose angehoben. Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 152,4 Millionen Euro, das Ebit um 22,5 Millionen auf 31,1 Millionen Euro. Auch der Auftragseingang legte kräftig zu. Zunehmende Engpässe in den Lieferketten erschwerten jedoch die vollständige Bedienung der hohen Nachfrage. Basler erwartet nun einen Konzernumsatz zwischen 270 und 290 Millionen Euro (zuvor 247 bis 270) und eine Ebit-Marge zwischen 12,5 und 14,5 Prozent (zuvor 9,5 bis 13,0).
Caterpillar profitiert von KI-Boom
Der Baumaschinen- und Turbinenbauer Caterpillar verdiente deutlich mehr, angetrieben vom enormen Strombedarf der weltweit entstehenden KI-Rechenzentren. Auch die Geschäfte mit Baumaschinen und der Bergbauindustrie liefen stärker. Der Umsatz stieg in den drei Monaten bis Ende Juni um fast ein Viertel auf 20,5 Milliarden Dollar. Der Überschuss schnellte um fast drei Viertel auf knapp 3,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte von 4,72 auf 8,17 Dollar zu. Unternehmenschef Joe Creed sagte: „Dies ist das erste Mal in der Unternehmensgeschichte, dass wir in einem einzigen Quartal einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden US-Dollar erzielt haben.“
McDonald's verzeichnete in den USA ein langsameres Wachstum als erwartet. In bestehenden Restaurants stieg der Umsatz nur um 0,8 Prozent. Stärker ging es in Deutschland, Australien, Großbritannien und Japan aufwärts, während China einen Rückgang verzeichnete. Konzernweit lag der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar, ein Plus von vier Prozent, der Überschuss wuchs um fünf Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Dollar.
Pfizer und Biontech mit unterschiedlichen Entwicklungen
Der US-Pharmakonzern Pfizer hob dank starker Nachfrage nach seinem Blutverdünner Eliquis die Umsatzprognose an. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 15 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,77 Dollar auf Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr rechnet Pfizer nun mit Erlösen zwischen 60,5 und 62,5 Milliarden Dollar. Biontech hingegen senkte wegen schwacher Corona-Impfstoff-Nachfrage die Umsatzprognose deutlich auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal brach der Umsatz auf 105,6 Millionen Euro ein, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 821 Millionen Euro.
Spotify verschreckte mit einem schwachen Ausblick die Anleger. Für das dritte Quartal rechnet der Vorstand mit einem operativen Ergebnis von 670 Millionen Euro, Analysten hatten 677,8 Millionen erwartet. Auch die Prognose für die monatlich aktiven Nutzer von 788 Millionen verfehlte die Erwartungen. Im zweiten Quartal übertraf der Konzern mit 655 Millionen Euro operativem Ergebnis die Schätzungen. Um der Konkurrenz zu begegnen, setzt Spotify auf KI-Funktionen und eine neue Vereinbarung mit der Lizenzfirma Merlin.
Weitere Unternehmen: Dupont, Merck, BP, Aramco, Verbio, Toyota, Boss, Zalando, Continental, Evonik, HSBC, Snap, FMC, Nissan
Der US-Chemiekonzern Dupont hob nach einem starken Quartal die Gewinnprognose an. Das bereinigte Ebitda stieg um sechs Prozent auf 448 Millionen Dollar, der Umsatz um vier Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet Dupont mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 7,17 bis 7,32 Dollar.
Merck & Co profitierte von der starken Nachfrage nach seinem Krebsmedikament Keytruda. Der Umsatz mit Keytruda stieg um fünf Prozent auf 8,37 Milliarden Dollar, der Gesamtumsatz um fünf Prozent auf 16,61 Milliarden Dollar. Für 2026 erwartet Merck einen Umsatz zwischen 66,3 und 67,3 Milliarden Dollar. Finanzchefin Caroline Litchfield betonte den Beitrag des neuen Mittels QLEX, das 463 Millionen Dollar zum Umsatz beisteuerte.
Der britische Ölkonzern BP verdoppelte seinen Gewinn und erhöhte die Dividende. Der bereinigte Gewinn stieg auf 5,73 Milliarden Dollar, ein Plus von 144 Prozent. Die neue Chefin Meg O'Neill kündigte eine Neuausrichtung an: „Wir schöpfen unser Potenzial nicht aus.“ BP leitete den Verkauf seines US-Biogas-Geschäfts Archaea ein und kündigte den Rückzug aus der Nordsee an.
Saudi Aramco verzeichnete einen Gewinnsprung infolge des Iran-Kriegs. Der bereinigte Gewinn stieg um ein Drittel auf 125 Milliarden Riyal (33,4 Milliarden Dollar). Die Produktion sank jedoch, da Anlagen beschädigt wurden.
Der Biokraftstoffhersteller Verbio übertraf sein Gewinnziel. Das Ebitda soll bei rund 192 Millionen Euro liegen, nach zuvor erwarteten 160 bis 180 Millionen. Die Aktie legte vorbörslich um 8,4 Prozent zu.
Toyota hob trotz Gewinnrückgang die Jahresprognose an. Der operative Gewinn soll nun 3,4 Billionen Yen betragen, nach 3,0 Billionen zuvor. Im ersten Quartal fiel der operative Gewinn um neun Prozent auf 1,06 Billionen Yen, verfehlte aber die Erwartungen.
Hugo Boss verzeichnete wegen des Strategiewechsels und der Konsumflaute Einbußen. Der Umsatz sank um neun Prozent auf 905 Millionen Euro, das Ebit brach um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro ein, übertraf aber die Erwartungen. Vorstandschef Daniel Grieder betonte: „Wir priorisieren langfristige Wertschaffung gegenüber kurzfristigem Umsatzwachstum.“
Zalando passte die Jahresprognose an, das Ergebnis lag unter den Erwartungen. Continental verbesserte nach Verkäufen den Gewinn: Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um ein Drittel auf 570 Millionen Euro, die Marge auf 12,9 Prozent. Finanzchef Roland Welzbacher warnte vor steigenden Rohstoffkosten in der zweiten Jahreshälfte.
Evonik profitierte von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber und verzeichnete eine „Sonderkonjunktur“. Das Ebitda stieg um 24 Prozent auf 630 Millionen Euro, der Umsatz um elf Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Der Konzern hob die Prognose an, plant aber weiterhin den Abbau von rund 6000 Stellen bis 2029.
HSBC steigerte den Gewinn im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar. Snap übertraf dank der Fußball-WM die Umsatzerwartungen: Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 1,60 Milliarden Dollar, die Aktie legte um 13 Prozent zu. Fresenius Medical Care übertraf die Gewinnerwartungen, der bereinigte operative Gewinn stieg um 20 Prozent auf 569 Millionen Euro. Nissan überraschte mit einem Gewinnsprung, das operative Ergebnis lag bei 77,9 Milliarden Yen nach einem Verlust im Vorjahr.



