Der Düsseldorfer Verpackungskonzern Gerresheimer hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt und die Dividende gestrichen. Das Unternehmen, das nach Bilanzunregelmäßigkeiten schwer angeschlagen ist, rechnet für 2026 mit keinem Umsatzwachstum und einer niedrigeren Marge. Zudem wird der Free Cashflow voraussichtlich negativ ausfallen. Die Aktie geriet daraufhin massiv unter Druck und verlor zeitweise bis zu elf Prozent.
Verlust von 318,7 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025
Wie Gerresheimer am Montag im Rahmen des Jahres- und Konzernabschlusses für 2025 mitteilte, steht unterm Strich ein Verlust von 318,7 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern nach korrigierten Zahlen noch einen Gewinn von 84,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Dividende für 2025 soll aufgrund der Verluste komplett entfallen.
Prognose für 2026: Marge sinkt, Free Cashflow negativ
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 senkte Gerresheimer den Zielkorridor für die bereinigte operative Marge (Ebitda) von bisher 18 bis 19 Prozent auf 17 bis 18 Prozent. Die frei verfügbaren Barmittel (Free Cashflow) dürften mit 50 bis 100 Millionen Euro negativ sein. Ursprünglich hatte der Konzern mit einem moderat positiven Free Cashflow gerechnet. Die Aktie fiel nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise um bis zu elf Prozent.
Hintergrund: Bilanzskandal und Abnehmspritzen-Boom
Erst vor einem Jahr sah die Lage bei Gerresheimer noch anders aus. Finanzinvestoren buhlten um den deutschen Verpackungshersteller für die Pharma- und Medizintechnikbranche – auch wegen des Booms im lukrativen Geschäft mit Spritzen für Abnehmmittel. Doch dann kamen Bilanzunregelmäßigkeiten ans Licht, die das Unternehmen schwer belasten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geht von weiteren Bilanzfehlern bei Gerresheimer aus. Die Aktie notierte zuletzt auf dem tiefsten Stand seit 2009.



