Goldman Sachs Chefjuristin verlässt Bank nach Epstein-Enthüllungen
Die US-Großbank Goldman Sachs hat den Rücktritt ihrer Chefjuristin Kathryn Ruemmler bekannt gegeben. Die 54-jährige Managerin wird das Kreditinstitut zum 30. Juni verlassen, nachdem neue Dokumente das Ausmaß ihrer Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offengelegt haben.
Enge berufliche und private Kontakte zu Epstein
Aus der jüngsten Veröffentlichung umfangreicher Epstein-Unterlagen ging hervor, dass Ruemmlers Beziehung zu dem Milliardär deutlich enger war als bisher angenommen. Die Dokumente zeigen:
- Ruemmler erhielt teure Geschenke von Jeffrey Epstein während ihrer Zeit als Anwältin
- Sie beriet Epstein in Medienfragen und strategischen Angelegenheiten
- Handschriftliche Notizen von FBI-Mitarbeitern belegen, dass Ruemmler zu den Personen gehörte, die Epstein unmittelbar nach seiner Festnahme 2019 anriefen
Eine Sprecherin von Kathryn Ruemmler betonte gegenüber Medien, dass es sich lediglich um eine berufliche Beziehung gehandelt habe und Ruemmler nichts von Epsteins Verbrechen gewusst habe.
Karriere mit politischem Hintergrund
Kathryn Ruemmler blickt auf eine beeindruckende juristische Karriere zurück:
- Sie arbeitete als Staatsanwältin in verschiedenen Positionen
- Sie diente als Justiziarin im Weißen Haus unter Präsident Barack Obama
- Seit 2021 war sie als Chefjuristin bei Goldman Sachs tätig
Ihre Ernennung zur Top-Juristin bei einer der weltweit führenden Investmentbanken galt als bedeutender Karriereschritt, der nun durch die Epstein-Enthüllungen überschattet wird.
Reaktionen von Goldman Sachs und Medien
Goldman Sachs hatte zunächst bestritten, dass Ruemmler aufgrund der Epstein-Verbindungen ihre Position verlieren könnte. Die Bank bestätigte den Rücktritt jedoch gegenüber mehreren renommierten Medien:
- Der Financial Times
- Der New York Times
- Dem Finanzdienst Bloomberg
Das Wall Street Journal hatte zuvor über die FBI-Notizen berichtet, die Ruemmlers Kontakt zu Epstein nach dessen Festnahme dokumentieren. Jeffrey Epstein starb im August 2019 in seiner New Yorker Gefängniszelle, während er auf seinen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wartete.
Der Rücktritt von Kathryn Ruemmler markiert einen weiteren Fall, in dem hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik mit den Epstein-Verbindungen konfrontiert werden. Die Enthüllungen werfen Fragen über die ethischen Standards in der Finanzbranche auf und zeigen, wie vergangene berufliche Beziehungen Jahre später noch Karrieren beeinflussen können.



