Nach zweiter Insolvenz: Hammer-Fachmärkte starten Räumungsverkauf in 44 Filialen
Hammer-Fachmärkte: Räumungsverkauf nach zweiter Insolvenz

Hammer-Fachmärkte: Zweite Insolvenz führt zu Räumungsverkauf in 44 Filialen

Die deutsche Fachmarkt-Kette Hammer befindet sich in einer dramatischen Krise. Nur wenige Monate nach einer ersten Insolvenz hat das Unternehmen erneut finanzielle Schwierigkeiten, die nun zu einem umfangreichen Räumungsverkauf in 44 von insgesamt 87 Filialen führen. Die Kette, die sich auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisiert hat, kämpft um ihr Überleben.

Erneute Insolvenz trotz Neustart-Versuch

Bereits im Juni 2025 hatte der Mutterkonzern, die Brüder Schlau GmbH & Co. KG, Insolvenz angemeldet. Ein Neuanfang schien möglich, als am 1. Oktober 2025 die Hammer Raumstylisten GmbH mit einem Investorenkonsortium gegründet wurde. Doch dieser Hoffnungsschimmer währte nur kurz: Am 27. Januar 2026 stellte auch die neu gegründete Gesellschaft einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bielefeld.

Stefan Meyer, vorläufiger Insolvenzverwalter von der Pluta Rechtsanwalts GmbH, erklärt die aktuelle Situation: „Für rund die Hälfte der Filialen gibt es derzeit keinen Interessenten, der das Fachmarkt-Konzept weiterführen möchte.“ Zu den betroffenen Mitarbeitern könne man daher noch keine konkreten Aussagen treffen. Die Lohn- und Gehaltsansprüche der etwa 1100 Beschäftigten sind bis Ende März 2026 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

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Schwierige Suche nach Investoren

Die Suche nach neuen Eigentümern gestaltet sich äußerst schwierig. Der Unternehmensberater Dr. Wieselhuber & Partner hat über 300 potenzielle Investoren kontaktiert, doch die Resonanz blieb verhalten. Als Hauptgründe nennt Insolvenzverwalter Meyer die zweite Insolvenz innerhalb weniger Monate sowie das generell schwierige Marktumfeld im stationären Einzelhandel.

Aktuell sind noch sechs Parteien im Investorenprozess aktiv. Zwei davon planen, das Unternehmen als Hammer Fachfilialbetrieb mit reduzierter Standortzahl weiterzuführen. Vier weitere Interessenten stammen aus der Food- und Non-Food-Branche und möchten ihre eigenen Geschäftskonzepte auf den vorhandenen Filialflächen umsetzen.

Ungewisse Zukunft für Fachmarkt-Kette

Bis zur für Anfang April 2026 geplanten Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll eine Lösung für die Fortführung des Unternehmens gefunden werden. In den kommenden beiden Wochen wird der Gläubigerausschuss entscheiden, wie es bei Hammer konkret weitergehen kann. Das erklärte Ziel bleibt, das Unternehmen auf Basis des bestehenden Konzepts und mit möglichst vielen Fachmärkten und Arbeitsplätzen zu erhalten.

Die aktuelle Entwicklung zeigt die prekäre Situation vieler stationärer Einzelhändler in Deutschland. Während in 44 Filialen bereits der Räumungsverkauf läuft, bleibt die Zukunft der gesamten Kette ungewiss. Für Mitarbeiter, Kunden und die Region Porta Westfalica in Nordrhein-Westfalen, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, bedeutet diese Entwicklung erhebliche Unsicherheit.

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