Hornbach trotzt Konsumflaute: Umsatzplus trotz Gewinnrückgang
Der Baumarktkonzern Hornbach hat im ersten Geschäftsquartal ein Umsatzwachstum erzielt, musste aber einen Rückgang beim Gewinn hinnehmen. Gestiegene Kosten belasteten das Ergebnis, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Erlöse stiegen in den Monaten März bis Mai um 4,9 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stagnierte bei 161 Millionen Euro. Unter dem Strich fiel der Gewinn auf 104 Millionen Euro, nach 111 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die bereinigte Ebit-Marge schrumpfte auf 8,0 von 8,5 Prozent.
Als Gründe für die Ergebnisbelastung nannte Hornbach vor allem expansionsbedingte gestiegene Personalkosten sowie höhere Ausgaben für Instandhaltung und IT-Infrastruktur. Zudem belasteten höhere Zinsaufwendungen und negative Währungseffekte. „Hornbach zeigt sich auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld widerstandsfähig“, sagte Erich Harsch, Chef der Hornbach Baumarkt AG. „Im Hinblick auf unsere Prognose für das Gesamtjahr 2026/27 sind wir nach dem ersten Quartal auf einem guten Weg.“
Luxus-Nachfrage schiebt Macy's an – Umsatz wächst erstmals seit 15 Quartalen
Die starke Nachfrage nach Luxusartikeln hat der US-Kaufhauskette Macy's das erste Umsatzwachstum in einem Quartal seit fast vier Jahren beschert. Der Konzern hob daraufhin seine Jahresprognose an. „Die Kunden von Macy's, die überwiegend über mittlere bis hohe Einkommen verfügen, haben sich im ersten Quartal als widerstandsfähig erwiesen“, sagte Konzernchef Tony Spring am Mittwoch.
Im abgelaufenen Quartal stiegen die Erlöse um 1,8 Prozent auf 4,68 Milliarden Dollar, nachdem sie zuvor 15 Quartale in Folge gefallen waren. Damit übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 13 Cent ebenfalls über den prognostizierten drei Cent. Für 2026 rechnet Macy's nun mit einem Nettoumsatz zwischen 21,50 und 21,75 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,00 und 2,20 Dollar liegen. Die Prognose berücksichtige die starken Quartalszahlen sowie ein moderates Umsatzplus für den Rest des Jahres, so das Unternehmen.
Besonders gut liefen die Geschäfte bei den Luxuskaufhäusern Bloomingdale's, deren flächenbereinigter Umsatz um 10,2 Prozent anzog. Die Zahlen unterstreichen eine zweigeteilte Entwicklung beim US-Konsum: Während einkommensstarke Kunden weiterhin Geld für Luxusgüter ausgeben, halten sich ärmere Haushalte angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit zurück. Konzernchef Spring treibt derzeit einen 2024 eingeleiteten Umbau voran, der sich auf teurere Marken, mehr Verkäufe zum vollen Preis, Investitionen in gut laufende Filialen und die Schließung unrentabler Filialen konzentriert.
KI-Boom beschert HPE Rekordquartal – Aktie 36 Prozent im Plus
Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat dank des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im zweiten Quartal Rekordergebnisse erzielt und seine langfristigen Finanzziele um zwei Jahre vorgezogen. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 9,8 Milliarden Dollar deutlich, wie aus LSEG-Daten hervorgeht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 79 Cent ebenfalls über den Erwartungen von 53 Cent. Die Aktien des US-Konzerns schossen am Montag im nachbörslichen Handel um 36 Prozent in die Höhe.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet HPE nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 29 und 33 Prozent, nachdem zuvor 17 bis 22 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dann bei 3,35 bis 3,45 Dollar liegen. Damit würde der Konzern seine ursprünglichen Ziele für 2028 schon vorzeitig übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostizierte HPE ein Umsatzwachstum von acht bis zwölf Prozent und lag damit über den Schätzungen von 5,8 Prozent.
CTS Eventim profitiert von Olympischen Winterspielen
Dank erfolgreicher Konzerttourneen und der Olympischen Winterspiele in Mailand ist der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Vor allem das Geschäft mit Großveranstaltungen und eigenen Hallen bescherte dem Münchner Unternehmen im ersten Quartal ein kräftiges Wachstum. Der Konzernumsatz kletterte um 23 Prozent auf 613,5 Millionen Euro, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 18,5 Prozent auf 119 Millionen Euro.
Als stärkster Wachstumsmotor erwies sich die Veranstaltungssparte Live Entertainment, die den Umsatz um 38 Prozent steigerte und das operative Ergebnis mehr als verdoppelte. Neben stark nachgefragten Tourneen in Deutschland und den USA profitierte CTS Eventim von seiner neuen Arena in Italien: Im Mailänder Unipol Dome fanden die Eishockeyturniere der Olympischen und Paralympischen Winterspiele statt. Das klassische Ticketgeschäft, das im ersten Quartal etwa ein Drittel des Konzernumsatzes ausmachte, mit einer operativen Umsatzrendite von 41 Prozent aber das weitaus profitablere Geschäft war, wuchs dagegen verhaltener.
Für das laufende Jahr blieb CTS Eventim aber vorsichtig. Das Unternehmen bestätigte die Prognose, wonach Umsatz und Ebitda auf beziehungsweise leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen sollen. CTS Eventim ist der größte Ticketanbieter in Europa und nach eigenen Angaben der zweitgrößte Konzertveranstalter weltweit.
Salesforce dank KI mit erneutem Rekordergebnis – Ausblick mau
Eine rasant wachsende Nachfrage nach KI-Anwendungen gibt Salesforce Rückenwind. „Es war ein herausragendes Quartal: Rekordumsätze, Rekord-Vertragsabschlüsse, Rekord-Mittelzuflüsse“, sagte Marc Benioff, der Chef des SAP-Rivalen, am Mittwoch. Der Ausblick des Softwarekonzerns für das laufende Quartal enttäuschte jedoch und gab der Furcht vor einer „SaaSpocalypse“ neue Nahrung. Daraufhin büßten die Aktien im nachbörslichen Handel an der Wall Street rund drei Prozent ein. Unter „SaaSpocalypse“ verstehen Experten die Verdrängung traditioneller Firmensoftware (Software-as-a-Service, SaaS) durch KI-Modelle. Einige Anleger befürchten, dass Unternehmen sich in Zukunft ihre Software für Buchhaltung oder Lagerverwaltung zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten von ChatGPT & Co programmieren lassen. Vor allem das Startup Anthropic hat in den vergangenen Monaten mit Zusatzmodulen für seine KI „Claude“ wiederholt für Unruhe gesorgt. Daher haben die Aktien von Unternehmen wie Salesforce oder SAP seit Anfang 2025 bis zu 50 Prozent ihres Wertes eingebüßt.
Rüstungsboom beschert deutscher Luft- und Raumfahrt Rekorde
Angetrieben von einem Boom im Rüstungsgeschäft hat die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie im vergangenen Jahr Rekorde bei Umsatz und Beschäftigung erzielt. Der Branchenumsatz kletterte um 19 Prozent auf 62 Milliarden Euro, wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf einen Höchststand von 130.000.
Besonders stark entwickelte sich die militärische Luftfahrt, deren Umsatz um 35 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro in die Höhe schoss. Größtes Segment bleibt jedoch die zivile Luftfahrt mit einem Zuwachs von 15 Prozent auf 45 Milliarden Euro. Auch die Raumfahrt legte um 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Der Verband führte das Wachstum auf die sicherheitspolitische Zeitenwende sowie eine hohe internationale Nachfrage nach der Überwindung der Covid-Krise zurück.
BayWa-Umsatz schrumpft – Kunden reagieren auf negative Berichterstattung mit Zurückhaltung
Der Iran-Krieg, ungünstige Witterungsverhältnisse und die anhaltend schwache Baukonjunktur machen dem angeschlagenen Agrar- und Handelskonzern BayWa zu schaffen. Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz nach Angaben vom Dienstag um 1,3 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro. Als einen weiteren Grund für die schwächeren Geschäfte nannte das Unternehmen eine „gewisse Verunsicherung der Kunden durch die Berichterstattung über die Beteiligung BayWa r.e. und der daraus resultierenden Zurückhaltung der BayWa AG-Kunden bei größeren Investitionsentscheidungen“.
Ein Teil des Umsatzrückgangs ist demnach auch auf die Sanierung des hoch verschuldeten Unternehmens zurückzuführen. So wurde der Getreidehändler Cefetra verkauft, margenschwache Produkte wurden aus dem Sortiment genommen. BayWa-Chef Michael Baur sagte, das Unternehmen sei auf dem Weg zu einer schlankeren, fokussierteren und finanziell stabileren BayWa.
Hohe Chip-Kosten und Smartphone-Flaute drücken Xiaomi-Gewinn
Der chinesische Technologiekonzern Xiaomi hat im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verzeichnet. Als Grund nannte das Unternehmen hohe Kosten für Speicherchips, die das Smartphone-Geschäft belasteten. Der bereinigte Nettogewinn für die Monate Januar bis März sank um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan (rund 772 Millionen Euro), wie Xiaomi am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit 6,4 Milliarden Yuan gerechnet. Auch der Gesamtumsatz blieb mit 99,1 Milliarden Yuan leicht unter den Erwartungen.
Besonders das Kerngeschäft mit Smartphones schwächelte. Die Auslieferungen fielen um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte. Dies ist dem Analysehaus Omdia zufolge der stärkste Rückgang unter den fünf größten Herstellern weltweit. Der Umsatz in der Sparte sank um 12,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Yuan. Gleichzeitig investiert Xiaomi massiv in neue Geschäftsfelder wie Elektroautos und Künstliche Intelligenz. Dieses Engagement ist jedoch kostspielig und belastet die Bilanz. Der operative Verlust aus dem E-Auto-Geschäft und anderen neuen Initiativen summierte sich im ersten Quartal auf 3,1 Milliarden Yuan.
Schmuckgeschäft treibt Cartier-Mutter Richemont
Dank eines florierenden Schmuckgeschäfts ist der Luxusgüterkonzern Richemont im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich gewachsen. Der Umsatz kletterte in den zwölf Monaten bis Ende März währungsbereinigt um elf Prozent auf 22,4 Milliarden Euro, wie Richemont am Freitag mitteilte. Die Schmucksparte („Jewellery Maisons“) mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels legte um 14 Prozent zu.
Mit einem Plus von einem Prozent entwickelte sich das Uhrengeschäft wesentlich verhaltener. Der Gewinn des Herstellers von Uhren der Marken IWC, A. Lange & Söhne oder Jaeger-LeCoultre kletterte dank eines guten Tagesgeschäfts und des Ausbleibens einer Wertberichtigung wie im Vorjahr um gut ein Viertel auf 3,48 Milliarden Euro. Analysten hatten einer von Visible Alpha erhobenen Umfrage zufolge einen Gewinn von 3,67 Milliarden Euro und einen Umsatz von 22,3 Milliarden Euro geschätzt.
Deere übertrifft Gewinnerwartungen dank Baumaschinen-Boom
Der Landmaschinenhersteller Deere hat im zweiten Quartal dank einer starken Nachfrage nach kleineren Agrar- und Baumaschinen mehr verdient und umgesetzt als erwartet. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr beließ der US-Konzern am Donnerstag jedoch unverändert. Vor allem das Geschäft mit Baumaschinen erwies sich dabei – ähnlich wie beim Wettbewerber Caterpillar – als Lichtblick. Der Umsatz in der Sparte sprang um 29 Prozent in die Höhe, während das Geschäft mit kleineren Agrarmaschinen um 16 Prozent zulegte. Das größte Segment mit schweren Maschinen wie Mähdreschern verzeichnete dagegen einen Umsatzrückgang von 14 Prozent. Jahrelang niedrige Getreidepreise und steigende Kosten haben dazu geführt, dass Landwirte den Kauf neuer Großgeräte aufschieben.
Der Nettogewinn lag im abgelaufenen Quartal bei 6,55 Dollar je Aktie, während Analysten nur mit 5,70 Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz übertraf mit 11,78 Milliarden Dollar ebenfalls die Erwartungen. Zudem profitierte das Unternehmen von einer Zollrückerstattung in Höhe von 272 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr peilt Deere weiterhin einen Nettogewinn zwischen 4,5 und fünf Milliarden Dollar an.
Hohe Spritpreise treiben Kunden zu Walmart
Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat trotz eines starken Jahresauftakts seine Jahresziele beibehalten und einen vorsichtigen Ausblick gegeben. Für das zweite Quartal stellte der Konzern am Donnerstag ein Umsatzplus von vier bis fünf Prozent und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 72 bis 74 Cent in Aussicht. Analysten hatten mit besseren Werten gerechnet. Walmart bestätigte zudem seine Jahresprognose eines Umsatzwachstums von 3,5 bis 4,5 Prozent und eines bereinigten Gewinns je Aktie von 2,75 bis 2,85 Dollar.
Hintergrund der Zurückhaltung sind die steigenden Lebenshaltungskosten in den USA. Hohe Inflation und Benzinpreise von mehr als vier Dollar pro Gallone belasten die Budgets der Haushalte. Dies treibt preisbewusste Käufer in die Supermärkte des Discounters, wo sie vor allem günstige Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs kaufen.
Südzucker rutscht im Geschäftsjahr 2025/26 noch tiefer in die roten Zahlen
Ein schwieriges Zuckergeschäft und hohe Abschreibungen haben dem Südzucker-Konzern ein weiteres Verlustjahr eingebrockt. Im bereits Ende Februar abgelaufenen Zwölfmonatszeitraum ergab sich ein Verlust von 362 Millionen Euro nach einem Minus von 78 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank den endgültigen Zahlen zufolge im Vergleich um fast 14 Prozent auf 8,35 Milliarden Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Nach einer saftigen Dividendenkürzung bereits ein Jahr zuvor soll es für die Aktionäre diesmal überhaupt kein Geld mehr geben. Dies hatte Europas größter Zuckerproduzent bereits im Frühjahr angekündigt. Als Gründe nannte er seinerzeit das anhaltend schwierige Marktumfeld und hohe außerordentliche Abschreibungen auf das Anlagevermögen.
Axel Springer startet mit deutlichem Gewinnplus ins Jahr 2026
Der Medienkonzern Axel Springer hat im ersten Quartal 2026 das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) auf 54,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Pro-forma-Umsatz stieg um 2,6 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete das Unternehmen einen Anstieg des bereinigten Ebit um 29,4 Prozent auf 241,4 Millionen Euro. Der Pro-forma-Umsatz lag mit 2,2 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert.
Vorstandschef Mathias Döpfner stellte für 2026 ein Wachstum des bereinigten Ebit im hohen einstelligen Prozentbereich sowie einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Der Konzern treibt zudem die Expansion in den USA mit der Übernahme der Immobilien-Plattform Bisnow voran und bereitet die Übernahme der Telegraph Media Group vor. Effekte aus dieser Transaktion sind in der Prognose noch nicht enthalten.
Generali verdient operativ mehr – Nettogewinn durch Sondereffekte belastet
Italiens größter Versicherer Generali hat im ersten Quartal mehr Gewinn gemacht als am Markt erwartet. Das bei den Investoren besonders beachtete operative Ergebnis kletterte um 8,1 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 2,04 Milliarden Euro gerechnet. „Der Bereich Leben verzeichnete eine sehr starke Geschäftsentwicklung, gestützt durch die positiven Beiträge aller Sparten“, erklärte Finanzchef Cristiano Borean. Zudem habe sich im Bereich Schaden- und Unfallversicherung die Profitabilität trotz der stärkeren Belastung durch Naturkatastrophenereignisse weiter verbessert.
Borean bestätigte zudem die Konzernziele bis 2027. Dazu gehört ein jährliches Wachstum des Gewinns je Aktie zwischen acht und zehn Prozent. Der Nettogewinn sank im ersten Quartal um 2,2 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Als Gründe für den Rückgang nannte der Vorstand die Auswirkungen der Finanzmärkte auf bestimmte Anlagen sowie eine einmalige Steuerbelastung von 50 Millionen Euro in Frankreich. Die Solvenzquote, eine Kennziffer für die Finanzstärke des Versicherers, fiel auf 212 Prozent von 219 Prozent zum Jahresende 2025. Hier hatten Experten mit einem geringeren Rückgang auf 214 Prozent gerechnet.
Nvidia erneut mit Quartalsergebnissen über Markterwartungen
Der stetig wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) hat Nvidia erneut zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. „Der Bau von KI-Rechenzentren - das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Menschheit - schreitet mit außerordentlicher Geschwindigkeit voran“, sagte Jensen Huang, Gründer und Chef des weltgrößten Chipkonzerns, am Mittwoch. Er kündigte zusätzliche Aktienrückkäufe im Volumen von 80 Milliarden Dollar an. Zudem soll die Quartalsdividende auf 0,25 von 0,01 Dollar je Aktie angehoben werden.
Im abgelaufenen Quartal steigerte Nvidia den Umsatz um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar. Die Erlöse mit Chips für Rechenzentren verdoppelten sich nahezu auf 75,2 Milliarden Dollar. Gestützt auf eine leicht verbesserte Gewinnmarge kletterte der bereinigte Gewinn auf 1,87 Dollar je Aktie. Für das angelaufene Vierteljahr peilt der weltweit wertvollste Konzern einen Umsatz von 91 Milliarden Dollar an, plus/minus zwei Prozent. Alle diese Kennziffern lagen über den Markterwartungen.
Swiss Life wächst und übernimmt deutsche Telis-Gruppe
Die Prämieneinnahmen des Lebensversicherers Swiss Life sind im ersten Quartal währungsbereinigt um fünf Prozent auf 8,2 Milliarden Franken gestiegen. Die Gebühreneinnahmen legten dank eines Wachstums in allen Sparten ebenfalls um sechs Prozent auf 686 Millionen Franken zu, teilte der Konzern aus Zürich am Donnerstag mit.
Die Solvenzquote (SST) von Ende März ging seit Dezember leicht von 213 auf rund 210 Prozent zurück. Zudem gab das Unternehmen die Übernahme der deutschen Telis-Gruppe mit rund 1800 Beratern bekannt. Der Abschluss der Transaktion soll nach Erhalt der behördlichen Genehmigungen im dritten Quartal erfolgen. Gewinnzahlen veröffentlicht Swiss Life nur zum Halbjahr und am Jahresende.
Stihl will Umsatzniveau halten – kein weiterer Personalabbau geplant
Der Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl bekommt die weltweite Konjunkturflaute zu spüren. Ziel sei es, das Umsatzniveau 2026 zu halten, sagte Vorstandschef Michael Traub in Waiblingen bei Stuttgart. Das erste Quartal sei verhalten gestartet. Das Unternehmen spüre eine deutliche Zurückhaltung.
Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro zu. Damit wurde nahezu der coronabedingte Umsatzrekord von 5,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2022 erreicht. Das Ergebnis sei 2025 zufriedenstellend gewesen. Konkrete Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht. Traub sagte weiter, vor dem Hintergrund anhaltender handels- und geopolitischer Unsicherheiten sowie der daraus resultierenden Zurückhaltung bei den Kunden sei das Umsatzziel für das laufende Jahr aber eine Herausforderung.
Obwohl Stihl 2025 unter anderem in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut hatte, plant das Unternehmen vorerst keine weiteren Stellenstreichungen.
Home Depot startet mit weniger Gewinn ins Jahr – Aktie unter Druck
Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot hat im ersten Quartal erneut die Zurückhaltung der Kunden zu spüren bekommen. Der Umsatz legte in den drei Monaten bis zum 3. Mai zwar um 4,8 Prozent auf knapp 41,8 Milliarden US-Dollar (35,9 Mrd Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia mitteilte. Auf vergleichbarer Basis seien die Erlöse aber nur um 0,6 Prozent gewachsen. Damit verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten, ergebnisseitig schlug sich Home Depot aber besser als gedacht.
Die Aktie gab zum Handelsstart in den USA um rund drei Prozent nach und war damit Schlusslicht im Dow Jones Industrial. „Unsere Ergebnisse für das erste Quartal entsprachen unseren Erwartungen“, sagte Unternehmenschef Ted Decker laut Mitteilung. Die Nachfrage habe sich ähnlich entwickelt wie im vergangenen Geschäftsjahr. Seit Längerem bremsen vorwiegend die hohen Kreditkosten die Ausgaben für Renovierungs- und Modernisierungsprojekte.
Dr. Martens streicht Rabatte und macht mehr Gewinn
Weniger Umsatz, aber ein satter Gewinnsprung: Der britische Schuhhersteller Dr. Martens erntet die Früchte seiner neuen Strategie, die den weitgehenden Verzicht auf Rabatte vorsieht. Der bereinigte Vorsteuergewinn schnellte im Geschäftsjahr 2025/26 um 61 Prozent auf 55 Millionen Pfund in die Höhe, obwohl der Umsatz um knapp drei Prozent auf 765 Millionen Pfund schrumpfte, wie der für seine klobigen Stiefel mit gelber Naht bekannte Traditionskonzern am Dienstag mitteilte. Die Dividende soll stabil bei 2,55 Pence je Aktie gehalten werden.
Vorstandschef Ije Nwokorie erklärte, das Unternehmen habe die Wende zum Gewinnwachstum geschafft. Man habe sich darauf konzentriert, die Qualität der Einnahmen zu verbessern, indem man Rabattaktionen sowohl im eigenen Geschäft als auch im Großhandel reduziert habe. Dies führte zu einer höheren Bruttomarge. Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 rechne er mit einem weiteren deutlichen Gewinnwachstum. „Die Nachfrage nach der Marke Dr. Martens wächst weiter“, erklärte Nwokorie. Dies zeige sich in steigenden Zahl von Kooperationsanfragen, einer verstärkten Unterstützung seitens der Großhandelspartner sowie einer starken Resonanz der Verbraucher auf neue Produktfamilien.
Hornbach stemmt sich gegen Konsumflaute – Gewinn stabil
Die Baumarktkette Hornbach hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 trotz eines schwierigen Konsumumfelds behauptet. Gestiegene Personal- und Betriebskosten hätten zwar das Ergebnis belastet, teilte der Konzern am Dienstag mit. Hornbach habe aber Marktanteile in Deutschland und Europa hinzugewonnen und von einer verbesserten Handelsspanne profitiert. So kletterte der Umsatz um 3,8 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) mit 264,7 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert lag. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 2,40 Euro je Aktie erhalten.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 rechnet das Management mit einem Umsatz auf oder leicht über dem Niveau des Vorjahres und einem bereinigten Ebit in etwa auf Vorjahreshöhe. „Wir blicken zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr 2026/27, auch wenn das Marktumfeld anspruchsvoll bleibt“, sagte der Vorstandschef Albrecht Hornbach.
Sonova wächst dank neuer Hörgeräte – Starker Franken bremst
Der Schweizer Hörgerätehersteller Sonova ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 dank der starken Nachfrage nach neuen Modellen operativ gewachsen. Der Umsatz stieg in Lokalwährungen um 5,9 Prozent, ging in Schweizer Franken aber um 0,2 Prozent auf rund 3,61 Milliarden Franken zurück, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Treiber war vor allem das Großhandelsgeschäft mit neuen, KI-gestützten Hörgeräten. Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn (Ebita) kletterte währungsbereinigt um 17,3 Prozent, in Franken blieb ein Plus von 3,7 Prozent auf 811,2 Millionen Franken. Die Aktionäre sollen an der operativen Stärke teilhaben: Der Verwaltungsrat schlägt eine Rekorddividende von 4,70 Franken je Aktie vor.
Für das neue Geschäftsjahr 2026/27 (per Ende März) zeigte sich Sonova optimistisch und stellte ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis acht Prozent sowie einen Anstieg des Kern-EBIT um sieben bis zehn Prozent in Aussicht.
Ryanair warnt vor steigenden Kosten – und gibt keine Prognose ab
Ryanair rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Anstieg der Stückkosten im mittleren einstelligen Prozentbereich. Haupttreiber sind die gestiegenen Treibstoffpreise infolge des Nahostkonflikts: 80 Prozent des Kerosinbedarfs hat die irische Billigfluggesellschaft zwar zu 67 Dollar pro Barrel abgesichert, die verbleibenden 20 Prozent sind jedoch dem aktuellen Preisniveau ausgesetzt. Der Treibstoffkostenblock ist nach Angaben von Finanzvorstand Neil Sorahan um „einige hundert Millionen Euro“ gestiegen. Hinzu kommen höhere Ausgaben für Crew-Gehälter, Flugzeugwartung und EU-Umweltsteuern, die allein um 300 Millionen Euro steigen sollen.
Trotz der Kostenbelastung schloss Ryanair das abgelaufene Geschäftsjahr besser als erwartet ab: Der Nettogewinn lag mit 2,26 Milliarden Euro über der eigenen Zielspanne von 2,13 bis 2,23 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um elf Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr will das Unternehmen noch keine Gewinnprognose abgeben – angesichts der Volatilität an den Treibstoffmärkten und der unklaren Dauer des Nahostkonflikts sei es dafür „viel zu früh“. Haben wir Pläne für eine Art Armageddon-Szenario? Natürlich haben wir die, aber ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Ryanair-Finanzchef Neil Sorahan
IT-Dienstleister Nagarro verdient zu Jahresbeginn mehr – Prognose bestätigt
Der IT-Dienstleister Nagarro hat im ersten Quartal den Umsatz etwas gesteigert und mehr verdient. Die Prognose für 2026 bestätigte das Management. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent auf 248,1 Millionen Euro zu, wie das im SDax gelistete Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte lag das Wachstum bei 6,5 Prozent. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 3,3 Prozent auf 31,2 Millionen Euro. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn um acht Millionen Euro auf 19,2 Millionen.
Freenet steigert Umsatz zum Jahresauftakt – Prognose bestätigt
Der Mobilfunk- und TV-Anbieter Freenet hat im ersten Quartal den Umsatz deutlich gesteigert. Treiber war vor allem die Integration von Mobilezone Deutschland sowie ein Wachstum beim Internet-Fernsehprodukt waipu.tv. Die Prognose für 2026 bestätigte der Konzern.
Der Umsatz stieg um etwas mehr als ein Viertel auf 761,9 Millionen Euro, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Freitag in Büdelsdorf mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank indessen um 3,6 Prozent auf 122 Millionen Euro. Belastet wurde das Ergebnis durch einen negativen Effekt aufgrund einer Vereinbarung mit einem nicht namentlich genannten Netzbetreiber. Analysten hatten bei beiden Kennziffern weniger auf dem Zettel.
Unter dem Strich verdiente Freenet nach Anteilen Dritter 47,6 Millionen Euro, nach 57,9 Millionen im Vorjahreszeitraum.
1&1-Effekt zieht Mobilfunker O2 deutlich nach unten
Der Verlust eines Großkunden belastet das Geschäft des Telekommunikationsanbieters O2 Telefónica. Wie das Unternehmen in München mitteilte, sank der Umsatz im ersten Quartal um 8,6 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (Ebitda) schrumpfte um 8,4 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro.
Konkurrent 1&1 hatte sich jahrelang im O2-Handynetz eingemietet, um seinen Kunden auch dort Verbindungen zu ermöglichen, wo 1&1 keine eigenen Antennen hatte. 2024 wechselte 1&1 aber zu Vodafone und buchte bis Ende 2025 rund 12 Millionen Kunden auf dessen Netz um. Dadurch bekam O2 deutlich weniger Geld in die Kasse.
Der 1&1-Effekt wird auch in den kommenden Quartalen noch Folgen haben für die O2-Geschäftszahlen. 2027 rechnet die Firma wieder mit steigendem Umsatz. „Aktuell sind Umsatz und Ergebnis beeinflusst von temporären Effekten aus dem Partnergeschäft“, sagte O2-Finanzchef Mark Rolle. „Diese werden wir in der zweiten Jahreshälfte zunehmend überwinden.“



