Ikea in der Krise: Schrumpfkur mit kleineren Filialen und günstigeren Preisen
Ikea in der Krise: Kleinere Filialen, günstigere Preise

Der schwedische Möbelkonzern Ikea steckt in einer tiefen Krise. Umsatz und Gewinn sinken, die Stimmung intern ist mau. Nun versucht sich der Gigant neu zu erfinden – mit kleineren Filialen und niedrigeren Preisen. Das berichten Kristina Gnirke und Maria Marquart im SPIEGEL (Ausgabe 29/2026).

Deutschlandchef Jelkeby setzt auf Schrumpfkur

Deutschlandchef Jelkeby und Filialleiter Vortkamp feierten zwar kürzlich einen Jubelsprung in Ingolstadt, doch die Stimmung im Unternehmen ist gedrückt. Der Konzern leidet unter sinkenden Erlösen und schrumpfenden Margen. Die Antwort: ein radikaler Umbau der Filialstruktur. Statt der gewohnten riesigen Möbelhäuser setzt Ikea künftig auf kleinere Läden in Innenstädten. Diese sogenannten „City-Store“-Konzepte sollen näher am Kunden sein und geringere Betriebskosten verursachen.

Niedrigere Preise als Lockmittel

Parallel dazu senkt Ikea die Preise für zahlreiche Produkte. Ziel ist es, Kunden trotz Inflation und Kaufzurückhaltung wieder in die Läden zu locken. „Wir müssen uns an die veränderten Bedürfnisse der Menschen anpassen“, wird ein Unternehmenssprecher zitiert. Die Preissenkungen betreffen vor allem Möbel und Accessoires der unteren und mittleren Preiskategorie.

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Umbau mit Risiken

Der Strategiewechsel ist nicht ohne Risiken. Kleinere Filialen bedeuten weniger Ausstellungsfläche und ein eingeschränktes Sortiment. Zudem müssen die Logistik und das Lagersystem umgestellt werden. Experten sehen den Schritt dennoch als notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. „Ikea muss sich neu erfinden, sonst verliert es den Anschluss“, kommentiert ein Analyst. Der Konzern setzt zudem verstärkt auf Online-Handel und Lieferdienste, um den veränderten Einkaufsgewohnheiten gerecht zu werden.

Zukunftsperspektiven

Ob die Schrumpfkur aufgeht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Fest steht: Ikea durchläuft den größten Umbau seiner Geschichte. Die traditionsreichen, großen Möbelhäuser werden nach und nach durch ein Netz aus kleineren City-Stores ergänzt. Gleichzeitig soll das Preisniveau dauerhaft gesenkt werden, um Kunden zurückzugewinnen. Die ersten Testläufe in Ingolstadt und anderen Städten laufen vielversprechend, so der Konzern.

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