FIFA-Präsident Gianni Infantino hat während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika einen neuen Rekord aufgestellt: Er besuchte 44 Spiele in 39 Tagen und legte dabei rund 120.000 Kilometer mit dem Privatjet zurück – das entspricht fast drei Weltumrundungen. Dies berichtet die BILD unter Berufung auf Flugdaten.
Rekordjagd über den Wolken
Infantino begann seine Reise am 8. Juni 2026 in Mexiko-Stadt und endete am 19. Juli in New York. In dieser Zeit flog er zwischen 16 verschiedenen Stadien in den USA, Kanada und Mexiko. Die Flugdaten zeigen, dass er an manchen Tagen mehrere Spiele besuchte und dabei oft nur wenige Stunden am Boden war. So flog er beispielsweise am 14. Juni von Los Angeles nach Houston und weiter nach Dallas – insgesamt 2.800 Kilometer an einem Tag.
„Der FIFA-Präsident wollte bei jedem Spiel präsent sein, um die Bedeutung des Turniers zu unterstreichen“, sagte ein FIFA-Sprecher. „Sein Engagement für den Fußball ist beispiellos.“
Kritik an Klimabilanz
Die ausgiebige Nutzung des Privatjets sorgt jedoch für Kritik. Umweltschützer weisen darauf hin, dass ein Privatjet pro Stunde etwa 2,5 Tonnen CO2 ausstößt – deutlich mehr als ein Linienflug. Bei insgesamt 120.000 Kilometern ergibt sich eine CO2-Bilanz von rund 300 Tonnen. „Das ist angesichts der Klimakrise unverantwortlich“, sagte ein Sprecher von Greenpeace. „Die FIFA sollte mit gutem Beispiel vorangehen und auf nachhaltigere Reisemöglichkeiten setzen.“
Die FIFA verteidigt Infantinos Reiseverhalten: „Der Präsident reiste oft zu mehreren Spielen pro Tag, was mit Linienflügen nicht möglich gewesen wäre. Die Effizienz der Reise war notwendig, um seiner Rolle als FIFA-Präsident gerecht zu werden.“
Vergleich zu früheren Turnieren
Bereits bei der WM 2022 in Katar hatte Infantino mit seinen Reisen für Schlagzeilen gesorgt. Damals flog er 26 Spiele in 28 Tagen an. Die Steigerung auf 44 Spiele zeigt den wachsenden Anspruch des Präsidenten, bei jedem Spiel präsent zu sein. „Infantino will der sichtbarste FIFA-Präsident aller Zeiten sein“, sagte ein FIFA-Insider. „Er möchte die Nähe zu den Spielern und Fans demonstrieren.“
Finanzielle Aspekte
Die Kosten für die Privatjet-Flüge werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Die FIFA gibt jedoch an, dass die Reisen im Rahmen des Budgets für die WM-Organisation geplant waren. „Die Sicherheit und Flexibilität des Präsidenten haben oberste Priorität“, so der FIFA-Sprecher. Kritiker fragen sich, ob das Geld nicht besser in die Entwicklung des Fußballs investiert werden könnte.
Die WM 2026 endete mit dem Finale am 19. Juli in New York, bei dem Infantino den Pokal an den Sieger überreichte. Seine Flugbilanz wird wohl noch lange diskutiert werden.



