Die US-amerikanische Billigfluggesellschaft Spirit Airlines hat ihren Flugbetrieb aufgrund der drastisch gestiegenen Kerosinpreise infolge des Irankriegs dauerhaft eingestellt. Trotz Rettungsversuchen der Regierung von Präsident Donald Trump konnte das Unternehmen nicht gerettet werden. Alle Flüge wurden gestrichen, der Kundenservice ist nicht mehr erreichbar.
Hintergrund der Insolvenz
Spirit Airlines befand sich bereits seit August 2025 im zweiten Insolvenzverfahren innerhalb kurzer Zeit. Ursprünglich hatte die Airline geplant, das Verfahren im Sommer 2026 mit geringeren Schulden zu verlassen. Doch der plötzliche und anhaltende Anstieg der Kerosinpreise infolge des Irankriegs machte diese Pläne zunichte. Spirit-Chef Dave Davis erklärte, dass die Kostenexplosion keinen anderen Weg gelassen habe, als den Betrieb einzustellen.
Rettungsversuche der Regierung
Präsident Donald Trump hatte eine Lösung vorgeschlagen, bei der der Staat im Gegenzug für einen Kredit von rund 500 Millionen US-Dollar Anteile an Spirit übernehmen sollte. Die Regierung hätte damit bis zu 90 Prozent der Anteile erhalten. Trump betonte, dass der Staat als vorrangiger Gläubiger behandelt werden müsse. Allerdings waren andere Geldgeber mit den Konditionen nicht einverstanden, sodass die Gespräche ergebnislos endeten.
Auswirkungen auf Passagiere und Mitarbeiter
Die Airline forderte Passagiere mit Tickets für anstehende Flüge auf, nicht mehr zum Flughafen zu fahren. Die Ticketkosten sollen erstattet werden. An mehreren US-Flughäfen saßen am Freitag Passagiere fest, deren Flüge gestrichen wurden. So berichtete der Sender WWJ Newsradio 950 von rund 200 gestrandeten Fluggästen am Gate in Detroit, deren Flug nach Los Angeles ausgefallen war.
Andere Fluggesellschaften wie United Airlines und Southwest bieten Sondertarife für Inhaber von Spirit-Tickets an. Von der Pleite könnten rund 17.000 Arbeitsplätze betroffen sein.
Analyse der Krise
Die Krise bei Spirit Airlines gilt als hausgemacht. United-Airlines-Chef Scott Kirby erklärte, das Problem liege im Geschäftsmodell des Billigfliegers. Die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung lediglich beschleunigt. Bereits 2022 war eine geplante Übernahme durch den Konkurrenten JetBlue gescheitert, nachdem Wettbewerbshüter den Deal blockiert hatten.
Die US-Regierung hatte in der Vergangenheit die Luftfahrtindustrie in Krisenzeiten gestützt, etwa nach den Anschlägen vom 11. September 2001 oder während der Coronapandemie. Ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre jedoch ungewöhnlich gewesen. Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit jedoch gezeigt, dass er bereit ist, Staatsbeteiligungen an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen zu übernehmen. So erhielt die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent am Chipriesen Intel als Ausgleich für bereits zugesagte Milliarden-Subventionen.



