Es war die Hochzeit des Jahres 1968: Der griechische Reeder-Tycoon Aristoteles Onassis und die Präsidenten-Witwe Jacqueline „Jackie“ Kennedy gaben sich das Jawort. Danach luden sie ein zum glamourös inszenierten Gästeempfang an Bord der Luxusjacht „Christina“. Jetzt, fast 60 Jahre später, soll das Liebesschiff den Besitzer wechseln und verkauft werden.
Die Traumhochzeit des ungleichen Paares
Die Traumhochzeit des ungleichen Paares (Kennedy war damals 39, Onassis 62) ließ die Welt am 20. Oktober 1968 nach Griechenland blicken. Knapp fünf Jahre nach dem tragischen Mord an ihrem Mann, US-Präsident John F. Kennedy, hatte Jackie Kennedy eine neue Liebe gefunden. Und ihr illustrer neuer Gatte wollte seinen Gästen zur Hochzeit eine Show der besonderen Art bieten. Also beließ er es nicht bei der Trauung auf der Insel Skorpios, sondern führte die Gesellschaft auf sein eigenes Schiff – die wohl erste moderne Jacht.
Die Geschichte der „Christina O“
Mit edler Holzvertäfelung und schicker Bar setzte die „Christina“ in den 1960er Jahren Maßstäbe. Ihre Geschichte begann jedoch 25 Jahre früher: 1943 wütete der Zweite Weltkrieg. Dank der Überlegenheit auf See gelang es den Alliierten, die militärische Oberhand zu gewinnen. Dabei warf die kanadische Marine auch ihre neueste Schiffs-Generation in die Schlacht – darunter die „Christina“, die 1944 an der Landung der Alliierten in der Normandie beteiligt war.
Vom Kriegsschiff zur Luxusjacht
Über Umwege landete das Schiff danach beim Lebemann Onassis, der es umbauen ließ. Heute gehört die „Christina“ einer Irin. Trotz dieser spektakulären Historie fällt es laut CNN schwer, einen Käufer zu finden. Durch die Kriege in Nahost und der Ukraine hielten sich zwei traditionelle Käufergruppen zurück – russische Oligarchen und arabische Scheichs. Deshalb sei der ursprünglich aufgerufene Preis von 90 Millionen Euro auf 52 Millionen Euro gesenkt worden.
Der Mythos um die Barhocker
Dabei gäbe es an Bord noch einen Mythos zu enthüllen: Jackie Kennedys Gatte Onassis soll laut CNN seinen Gästen erzählt haben, dass die (erhaltenen) Barhocker mit Leder aus der Vorhaut von Wal-Penissen überzogen seien. Bis heute ist unklar, ob diese Erzählung der Wahrheit entspricht. Historiker Thomas Fleischman von der Universität Rochester weist im Bericht darauf hin, dass sich Wal-Penis tatsächlich zu Polstermöbeln verarbeiten lässt.



