KiK schließt 50 Filialen in Europa: Textil-Discounter baut unrentable Standorte ab
KiK schließt 50 Filialen: Umbau des Filialnetzes in Europa

KiK schließt 50 Filialen in Europa: Textil-Discounter baut unrentable Standorte ab

Beim Textil-Discounter KiK steht ein umfassender Umbau des Filialnetzes an. Das Unternehmen plant, in den kommenden Monaten rund 50 Standorte in Europa zu schließen, wie interne Informationen und Branchenberichte bestätigen. Etwa die Hälfte dieser Schließungen betrifft deutsche Filialen, während der Rest auf andere europäische Länder entfällt.

Konkrete Schließungen in mehreren Bundesländern

Erste konkrete Hinweise auf betroffene Standorte tauchen bereits im Internet auf. So schließt das KiK-Geschäft in Twistringen in Niedersachsen am 14. März 2026 aus wirtschaftlichen Gründen. In Bad Soden-Salmünster in Hessen endet der Betrieb zum 18. April 2026, und auch in Schongau in Bayern gibt KiK den Standort auf. Den betroffenen Mitarbeitern sollen Versetzungen in umliegende Filialen angeboten worden sein, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Weitere Filialen unter Beobachtung

Eine vollständige Liste aller zu schließenden Filialen hat das Unternehmen bisher nicht veröffentlicht. Nach Firmenangaben ist der Großteil der über 4200 KiK-Läden in 14 Ländern profitabel, und es werden sogar weiterhin neue Standorte eröffnet. Allerdings stehen nach Informationen aus dem Branchenumfeld europaweit bis zu 400 weitere Märkte unter genauer Beobachtung. In Deutschland sollen rund 170 Filialen Verluste schreiben oder knapp vor der Verlustzone stehen, was möglicherweise zu weiteren Schließungen führen könnte.

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Verkürzte Öffnungszeiten als zusätzliche Maßnahme

Parallel zu den Filialschließungen passt KiK auch die Öffnungszeiten an. In internen Chatgruppen ist von verkürzten Öffnungszeiten die Rede, wobei manche Märkte morgens eine Stunde später öffnen, weil zu Beginn des Tages die Umsätze fehlen. Je nach Region sollen bis zu drei Viertel der Filialen von diesen Anpassungen betroffen sein. Auch in Spanien und Portugal prüft das Management Potenzial für spätere Öffnungszeiten oder frühere Schließzeiten, um die Rentabilität zu steigern.

Herausforderndes wirtschaftliches Umfeld

Der Textil-Discounter bewegt sich in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Der Mutterkonzern Tengelmann meldete für das Jahr 2023 einen Umsatz von 2,428 Milliarden Euro. Für 2025 geht KiK von einem nur leicht gestiegenen Umsatz von 2,430 Milliarden Euro aus, was den Druck auf die Rentabilität unterstreicht. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet, die erste Filiale eröffnete in Düsseldorf-Gerresheim, und der heutige Sitz befindet sich in Bönen in Nordrhein-Westfalen. KiK beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und betreibt ein weitläufiges Filialnetz.

Die geplanten Schließungen und Anpassungen der Öffnungszeiten sind Teil einer strategischen Neuausrichtung, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Während einige Standorte schließen, setzt KiK gleichzeitig auf die Eröffnung neuer Filialen und die Optimierung bestehender Betriebe. Die Entwicklung zeigt die Dynamik im Einzelhandel, wo Unternehmen kontinuierlich auf veränderte Marktbedingungen reagieren müssen.

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