Kolibri nach Insolvenz: DDR-Büromarke arbeitet wieder kostendeckend und sucht Käufer
Kolibri nach Insolvenz: DDR-Marke sucht Käufer

Kolibri nach Insolvenz: DDR-Büromarke arbeitet wieder kostendeckend und sucht Käufer

Fünf Monate nach der Insolvenz meldet der traditionsreiche Büromittelhersteller Kolibri aus Bad Gottleuba eine positive Entwicklung: Das Unternehmen arbeitet wieder kostendeckend. Parallel dazu laufen Gespräche mit drei potenziellen Käufern, wie Insolvenzverwalter Nils Freudenberg gegenüber der Sächsischen Zeitung bestätigte.

Gespräche mit Interessenten und Verkauf von Betriebsgrundstück

Laut Freudenberg gibt es aktuell Verhandlungen mit drei Interessenten für den Kauf von Kolibri. Einen festen Zeitplan für den Abschluss eines Verkaufs gibt es jedoch nicht, da das Unternehmen durch die kostendeckende Arbeit keinen akuten Zeitdruck hat. Zudem erschwert die angespannte gesamtwirtschaftliche Lage potenziellen Käufern derzeit Investitionsentscheidungen.

Zusätzlich soll ein nicht mehr benötigtes Betriebsgrundstück in Bad Gottleuba im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verkauft werden. Dieser Schritt wurde bereits von der Gläubigerversammlung beschlossen, um zusätzliche Einnahmen für das Unternehmen zu generieren. Bislang ist das Grundstück jedoch noch nicht veräußert worden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Herausforderungen durch Digitalisierung und aktuelle Geschäftstätigkeit

Obwohl Kolibri wieder kostendeckend arbeitet, bleibt die Lage in der Branche schwierig. Produkte wie Mappen und Hefter sind in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung weniger gefragt. Dennoch könnte das Sortiment des Büromittelherstellers eine sinnvolle Ergänzung für andere Produzenten darstellen, wie Freudenberg betonte.

Bereits jetzt fertigt Kolibri kaum noch eigene Produkte an. Stattdessen arbeitet das Unternehmen im Auftrag bekannter Marken, beispielsweise für Soennecken. Diese Strategie hat dazu beigetragen, die Kostendeckung wiederherzustellen.

Historischer Hintergrund und Personalentwicklung

Kolibri wurde vor 89 Jahren in Dresden gegründet und hat seit mehr als 80 Jahren seinen Firmensitz in Bad Gottleuba. Während der DDR-Zeit war die Marke für ihre Hefter und Mappen besonders beliebt und erreichte Kultstatus. Im Zuge der Insolvenz mussten zehn Mitarbeiter entlassen werden, was etwa einem Drittel der Belegschaft entsprach. Für die aktuell 19 verbliebenen Beschäftigten sind keine weiteren Personalkürzungen vorgesehen.

Die Gläubigerversammlung hatte bereits im November beschlossen, dass Kolibri weiter bestehen soll, vorausgesetzt, es entstehen keine weiteren Verluste. Laut Freudenberg wird diese Voraussetzung aktuell erfüllt, was die Zukunft des Unternehmens trotz der anhaltenden Herausforderungen in der Branche etwas optimistischer erscheinen lässt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration