Kone übernimmt TKE: Thyssen-Aktie steigt um 15 Prozent
Kone übernimmt TKE: Thyssen-Aktie steigt

Die angekündigte Übernahme der früheren Aufzugsparte von Thyssenkrupp, TKE, hat am Mittwoch den Aktienkurs des Essener Konzerns stark steigen lassen. Im frühen Handel sprangen die Papiere um bis zu 15 Prozent auf etwas mehr als 10 Euro, den höchsten Stand seit Anfang März.

Milliardendeal mit Kone

Die Finanzinvestoren Advent und Cinven hatten zuvor angekündigt, sie wollten TKE für 29,4 Milliarden Euro einschließlich Schulden an den finnischen Aufzughersteller Kone verkaufen. Damit könnte Kone zum weltgrößten Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen aufsteigen. Thyssenkrupp, das die Aufzugsparte 2020 für rund 17,2 Milliarden Euro an die beiden Investoren verkauft hatte, hält indirekt noch gut 16 Prozent an TK Elevator.

Synergien und Umsatz

Der Zusammenschluss würde Kones Größe fast verdoppeln. Das neue Unternehmen mit mehr als 100.000 Mitarbeitern käme auf einen Jahresumsatz von rund 20,5 Milliarden Euro – davon zwei Drittel im Geschäft mit der Instandhaltung von 3,2 Millionen Fahrtreppen und Aufzügen. Kone-Chef Philippe Delorme, der auch das fusionierte Unternehmen führen soll, betonte: „Seit über einem Jahrhundert haben sowohl Kone als auch TKE ihr Geschäft im Gleichschritt mit der globalen Urbanisierung erfolgreich weiterentwickelt. Durch einen Zusammenschluss legen wir den Grundstein für ein noch innovativeres Unternehmen, das bestens für langfristigen Erfolg aufgestellt ist.“ Kone ist vor allem in Europa und Asien stark, TKE besonders in Amerika. Der Zusammenschluss soll Synergien von 700 Millionen Euro bringen. Im vergangenen Jahr kamen beide Unternehmen zusammen auf einen bereinigten operativen Gewinn von gut 2,7 Milliarden Euro.

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Widerstand aus der Schweiz

Der Schweizer Rivale Schindler, der den Markt für Aufzüge und Rolltreppen zusammen mit Kone, TK Elevator und dem US-Konzern Otis dominiert, hatte bereits im Vorfeld Widerstand gegen den Zusammenschluss angekündigt. Kone zeigte sich am Mittwoch zuversichtlich, die nötigen Genehmigungen der Kartellbehörden dennoch zu bekommen, rechnet aber mit dem Vollzug der Transaktion frühestens in einem Jahr.

Hintergrund

Ein Ausstieg der Finanzinvestoren bei TKE über einen Börsengang galt wegen der Wettbewerbssituation in der Branche lange als wahrscheinlicher als ein Verkauf an einen Rivalen. Parallel hatte TKE auch einen Börsengang vorbereitet.

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