Die Lufthansa bereitet sich auf drastische Maßnahmen vor: Bis zu 40 Flugzeuge könnten am Boden bleiben. Grund ist ein akuter Kerosinmangel, der sich binnen 72 Stunden von einem Preis- zu einem Verfügbarkeitsproblem entwickelt hat. Dies erklärte Konzernchef Carsten Spohr laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ bei einer Mitarbeiterveranstaltung am Freitag.
Immer mehr Flughäfen betroffen
An immer mehr Flughäfen droht der Treibstoff knapp zu werden. Erste Airports in Asien verweigern bereits zusätzliche Flüge, um ihre Reserven für den laufenden Flugplan zu schonen. Die Situation sei ernst, so Spohr. Die Lufthansa habe rund 80 Prozent des Treibstoffs zu Festpreisen abgesichert, dennoch beziffert der Konzernchef die kriegsbedingte Mehrbelastung auf etwa 1,5 Milliarden Euro.
Zwei Krisenpakete in Auftrag gegeben
Der Vorstand hat am Freitagmorgen zwei Krisenpakete in Auftrag gegeben. Paket eins kürzt das Sitzplatzangebot um 2,5 Prozent – rund 20 Maschinen müssten am Boden bleiben. Vorsorglich wird ein zweites Paket über fünf Prozent vorbereitet – das würde etwa 40 Flugzeugen entsprechen. Betroffen wären zuerst die ältesten Spritschlucker wie der Airbus A340 und die Boeing 747-400. Laut Spohr ist die Stilllegung der Flieger („Grounding“) noch nicht endgültig entschieden. Die Streichungen kämen frühestens im dritten Quartal (Juli bis September), vielleicht erst im Winter.
Wachstumsziele gefährdet
Das für dieses Jahr geplante Wachstum von vier Prozent sei wahrscheinlich nicht mehr zu halten, so Spohr. Die Lufthansa muss sich auf eine längere Phase der Treibstoffknappheit einstellen. Die Auswirkungen auf den Flugbetrieb könnten erheblich sein.



