Kommentar: Lufthansa dünnt Europa-Netz aus – überfälliger Schritt
Lufthansa dünnt Europa-Netz aus – überfälliger Schritt

Es ist der übliche Reflex: Sobald in Deutschland eine Flugverbindung zu einem der beiden Drehkreuze Frankfurt oder München gestrichen wird, sind der Aufschrei von Politik und Wirtschaft groß. Dies war im vergangenen Jahr etwa in Paderborn der Fall, als die Verbindung nach München gekappt wurde. Und aktuell sorgt Bremen für Aufsehen, wo im Juli die Strecke nach Frankfurt entfallen soll. Eine Wirtschaftsregion dürfe nicht einfach abgehängt werden, so die Kritik.

Es stimmt, dass gute Mobilitätsangebote eine Region attraktiv machen – sowohl für Unternehmen als auch für Beschäftigte. Doch das Angebot hängt nicht allein an der Verbindung zu einem bestimmten Großflughafen. Zudem müssen diese Angebote finanzierbar sein. Das Beispiel Bremen zeigt: Lufthansa fliegt von dort weiterhin nach München und Zürich, zwei bedeutenden Drehkreuzen der Airline-Gruppe. Ist es wirklich so problematisch, nicht mehr direkt über Frankfurt fliegen zu können?

Die Strategie hinter dem Netzabbau

Seit Jahren kauft sich der Lufthansa-Konzern bei europäischen Fluggesellschaften ein. Es begann mit der Swiss und endete vorerst mit der italienischen ITA Airways. Diese Strategie ist nachvollziehbar, denn die Kernmarke Lufthansa Classic mit ihren Tochtergesellschaften wie Discover Airlines ist zu klein, um im weltweiten Wettbewerb mit großen US-Carriern mithalten zu können. Weniger schlüssig ist jedoch die daraus resultierende Struktur.

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Zwei offene Fragen bleiben

Die Airline hat versprochen, an den Heimatflughäfen der übernommenen Fluggesellschaften für gute internationale Anschlüsse zu sorgen. Doch am Ende bleiben zwei zentrale Fragen: Erstens, ob die Versprechungen eingehalten werden können, und zweitens, ob die Kunden die neuen Strukturen akzeptieren werden. Der Abbau des europäischen Netzes ist ein überfälliger Schritt, aber die Umsetzung muss sorgfältig erfolgen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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