Gewinneinbruch bei Lufthansa: 56 Prozent weniger operativer Gewinn
Lufthansa: Gewinneinbruch um 56 Prozent

Die Lufthansa hat im zweiten Quartal 2026 einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) fiel um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro. Als Hauptgründe nennt der Konzern die gestiegenen Kerosinkosten infolge des Iran-Kriegs sowie eine Streikwoche der Piloten im April. Analysten hatten zwar bereits einen Rückgang auf rund 400 Millionen Euro erwartet, doch das Ergebnis fiel noch schlechter aus.

Prognose gesenkt: Statt 2,0 Milliarden nur noch 1,7 bis 2,2 Milliarden

Die Fluggesellschaft musste ihre Jahresprognose kassieren. Statt der ursprünglich anvisierten 2,0 Milliarden Euro operativen Gewinns rechnet der Konzern nun nur noch mit 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Diese Korrektur gab die Lufthansa laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ bekannt. Als Begründung führte das Unternehmen die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Ölpreise sowie einen Trend zu sehr kurzfristigen Buchungen an, die eine genaue Planung unmöglich machten.

Umsatz gestiegen, aber Kosten fressen Zuwachs auf

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal zwar um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Doch die gestiegenen Kosten fraßen diesen Zuwachs vollständig auf. Trotz Absicherungsgeschäften gegen Preisschwankungen belasteten die höheren Kerosinpreise das Ergebnis mit zusätzlichen 750 Millionen Euro. Hinzu kamen Belastungen durch die Streiks: „Die sechs Streiktage der Cockpit-Beschäftigten im April belasteten das Ergebnis zusätzlich mit 150 Millionen Euro“, erklärte der Konzern.

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Sitzplatzangebot bleibt unverändert

Als Reaktion auf die schwierige Lage bleibt das Sitzplatzangebot der Airlines nun unverändert. Ursprünglich war geplant, die Kapazitäten um bis zu zwei Prozent zu erhöhen. Dieser Plan wurde jedoch verworfen – auch wegen der Schließung der Tochtergesellschaft „Citylines“. Diese Entscheidung dürfte sich auf das gesamte Streckennetz auswirken und könnte insbesondere Geschäftsreisende treffen, die auf flexible Verbindungen angewiesen sind.

Historische Parallelen: Rettungspaket in der Corona-Krise

Bereits während der Corona-Pandemie kämpfte die Lufthansa mit massiven Umsatzeinbrüchen und musste mit einem milliardenschweren Rettungspaket vor dem Absturz bewahrt werden. 2020 stellte der Bund rund neun Milliarden Euro bereit und stieg zeitweise mit 20 Prozent bei der Airline ein. Diese historische Erfahrung zeigt, wie existenzbedrohend externe Schocks für die Luftfahrtbranche sein können.

Branchenweite Probleme: Auch Konkurrenten betroffen

Die Lufthansa steht mit ihren Problemen nicht allein da. Auch Konkurrenten wie Ryanair und British Airways kämpfen mit gestiegenen Kosten und haben ihre Erwartungen für das laufende Jahr teils bereits zusammengestrichen. Die gesamte Branche leidet unter den Folgen des Iran-Konflikts, der die Ölpreise in die Höhe treibt, sowie unter anhaltenden Arbeitskämpfen. Für Passagiere bedeutet dies: Die Ticketpreise könnten weiter steigen, während das Angebot stagniert.

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