Lufthansa erwägt radikalen Spar-Tarif: Fliegen bald ohne Snacks und Getränke?
Bei der Deutschen Lufthansa AG sind umfassende Veränderungen im Tarifsystem im Gespräch. Wie aus internen Kreisen verlautet, prüft die traditionsreiche Fluggesellschaft aktuell die Einführung eines Ultra-Günstig-Tarifs, der sich fundamental von den bisherigen Angeboten unterscheiden würde. Dieser neue Tarif würde sich ausschließlich auf die reine Beförderung von Punkt A nach Punkt B beschränken und sämtliche Zusatzleistungen ausklammern.
Vom Verwöhnprogramm zur reinen Transportleistung
Die Entwicklung im Luftverkehr hat in den letzten Jahren eine deutliche Wendung genommen. Was einst als kleines Verwöhnprogramm über den Wolken galt, ist heute zu einer Frage des gebuchten Tarifs geworden. Selbst das klassische Glas Wasser oder der kleine Snack an Bord sind bei vielen Airlines nicht mehr selbstverständlich im Grundpreis enthalten. Die Lufthansa hielt lange an ihrem Serviceversprechen fest, doch auch hier sind schrittweise Reduzierungen zu beobachten gewesen.
Bereits seit geraumer Zeit setzt der Konzern auf eine differenzierte Tarifstruktur innerhalb der Economy Class. Passagiere können zwischen verschiedenen Optionen wählen:
- Dem klassischen Economy-Tarif mit umfassenden Leistungen
- Dem Economy Light-Tarif mit reduzierten Serviceleistungen
Der Economy Light-Tarif diente dabei als Vorreiter für weitere Sparmodelle. In dieser Buchungsklasse sind zwar noch eine Flasche Wasser, Handgepäck und Meilen enthalten, doch viele weitere Zusatzleistungen entfallen bereits.
Ultra-Basistarif als nächster logischer Schritt
Laut einem Bericht des Luftfahrtportals „Aerotelegraph“, der sich auf vertrauliche Insider-Informationen stützt, geht die Lufthansa nun noch einen Schritt weiter. Das Unternehmen prüft angeblich die Einführung eines Ultra-Basistarifs, der sogar unter dem bisherigen Economy Light angesiedelt wäre. Dieser Tarif würde sich konsequent an den Angeboten von Low-Cost-Carriern wie Ryanair oder EasyJet orientieren.
Konkret würde in diesem Sparmodell nur noch Folgendes enthalten sein:
- Die reine Beförderung von einem Flughafen zum anderen
- Ein kleines Handgepäckstück unter dem Sitz
Alle weiteren Leistungen müssten separat hinzugebucht und bezahlt werden, darunter:
- Verpflegung an Bord (Snacks und Getränke)
- Aufgabegepäck
- Meilen im Vielfliegerprogramm Miles & More
- Sitzplatzreservierungen
- Prioritäres Boarding
Strategische Anpassung an den Markt
Durch diese radikale Tarifstaffelung könnte die Lufthansa im harten Preiskampf der Luftfahrtbranche besser positioniert werden. Die Möglichkeit, nur das absolut Nötigste zu buchen, würde preissensitive Kunden ansprechen, die bisher zu Billiganbietern abgewandert sind. Gleichzeitig blieben die höherwertigen Tarife für Service-orientierte Passagiere erhalten.
Auf Nachfrage von TRAVELBOOK äußerte sich ein Sprecher der Lufthansa Group zurückhaltend. Man prüfe die bestehenden Tarife fortlaufend und passe sie bei Bedarf an. Zu konkreten Plänen für einen Ultra-Basistarif wollte sich das Unternehmen jedoch nicht äußern. „Welche neuen Tarife eingeführt werden und zu welchem Zeitpunkt, ist derzeit noch offen“, so die offizielle Stellungnahme. Konkrete Entscheidungen oder Zeitpläne liegen demnach noch nicht vor.
Die Luftfahrtbranche durchläuft seit Jahren einen tiefgreifenden Wandel. Während Billigflieger mit Minimalpreisen den Markt aufgerollt haben, stehen traditionelle Airlines wie die Lufthansa vor der Herausforderung, wettbewerbsfähig zu bleiben ohne ihr Markenversprechen vollständig aufzugeben. Der geprüfte Ultra-Basistarif könnte ein Kompromiss sein, der beiden Anforderungen gerecht wird: Preisattraktivität für Budget-Reisende und Service-Optionen für anspruchsvollere Kunden.



