Lufthansa-Streik am Donnerstag: Was Passagiere jetzt wissen müssen
Lufthansa-Streik: Alle Infos für betroffene Passagiere

Lufthansa-Streik am Donnerstag: Was Passagiere jetzt wissen müssen

Am Donnerstag wollen Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa ihre Arbeit ruhen lassen. Die zeitgleichen Arbeitsniederlegungen treffen das Unternehmen ausgerechnet zum 100-jährigen Bestehen. Die Lufthansa kritisiert die kurzfristig angekündigten Streiks als extrem hart und unverhältnismäßig für die Fluggäste.

Welche Flüge fallen aus?

Die Lufthansa hat bislang noch keine detaillierten Informationen zum Flugplan am Donnerstag veröffentlicht. Das Unternehmen prüft aktuell die Auswirkungen und fordert Passagiere auf, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen. Betroffene Fluggäste werden automatisch benachrichtigt.

Die Crew-Gewerkschaften planen, über den gesamten Tag sämtliche Abflüge in Deutschland zu verhindern. Die Piloten streiken bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat das Personal bei der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline zu einem Warnstreik aufgerufen. Neben den Drehkreuzen Frankfurt und München sind folgende Flughäfen direkt betroffen:

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram
  • Hamburg
  • Bremen
  • Stuttgart
  • Köln
  • Düsseldorf
  • Berlin
  • Hannover

Wie kommen betroffene Passagiere weiter?

Die Lufthansa verspricht betroffenen Passagieren schnelle Hilfe und bietet bei Annullierungen kostenlose Umbuchungen an. Innerdeutsche Tickets können in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden. Zudem wird die Airline versuchen, Passagiere auf nicht bestreikte Verbindungen umzubuchen.

Welche Airlines fliegen noch?

Grundsätzlich fliegen alle Gesellschaften, die nicht zur Lufthansa-Group gehören. Wichtige Anbieter in Deutschland sind beispielsweise Ryanair, Easyjet und Condor. Auch innerhalb des Lufthansa-Konzerns sind längst nicht alle Airlines vom Streik betroffen. Folgende Flüge finden voraussichtlich statt:

  • Swiss
  • Austrian Airlines
  • Ita Airways
  • Brussels Airlines
  • Eurowings
  • Discover Airlines

Die Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Tochter Lufthansa City Airlines sind noch unklar.

Welche Rechte haben Passagiere?

Bei einem Streik des eigenen Personals muss die Fluggesellschaft ihre Passagiere bei Annullierungen oder starken Verspätungen entschädigen. Die Entschädigungssummen liegen je nach Flugdistanz zwischen 250 und 600 Euro. Die Airlines müssen zudem Ersatzbeförderungen schnellstmöglich organisieren und auch fremde Fluggesellschaften oder Über-Eck-Verbindungen prüfen.

Bei innerdeutschen Verbindungen kommen auch Bahnfahrkarten in Betracht. Passagiere, die auf ihren Flug verzichten, können den Ticketpreis zurückverlangen. Gestrandete Fluggäste am Flughafen haben Anspruch auf:

  1. Essen und Getränke
  2. Zwei kostenlose Telefonate
  3. Hotelzimmer bei längerer Wartezeit

Wofür wird gestreikt?

Die rund 4.800 Piloten streiken offiziell für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Seit dem Herbst liegt eine Urabstimmung vor, bei der die Mitglieder mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Nach sieben Verhandlungsrunden blieb ein vorerst letztes Angebot der Gewerkschaft VC ohne Reaktion.

Die Kabinengewerkschaft Ufo will ohne Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert wird.

Warum steht die Konzernstrategie in der Kritik?

Das fliegende Personal reibt sich seit Jahren an der Strategie des Vorstands, mit neu gegründeten Flugbetrieben (AOC) die etablierten Airlines samt ihrer gut dotierten Arbeitsplätze unter Druck zu setzen. Aus Sicht des Unternehmens produziert gerade die Kerngesellschaft Lufthansa zu teuer.

Die neuen AOCs sollen touristische Flüge (Discover) und Zubringerverkehr (City Airlines) mit kostengünstigeren Crews gestalten. Dort werden dann auch neue Flugzeuge eingesetzt oder sogar von den Altgesellschaften hin verlagert. Die bisherige Regionaltochter Lufthansa Cityline mit rund 30 Flugzeugen steht vor dem Aus.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Noch sind die neuen Gesellschaften im Konzernrahmen von rund 740 Flugzeugen verhältnismäßig klein. City Airlines zählt aktuell 14 Flugzeuge und Discover hat 30 Mittel- und Langstreckenflugzeuge in der Flotte.