Die Lufthansa verlegt ihre stillgelegten Cityline-Jets vom Flughafen München zu anderen Standorten, weil die Parkgebühren in München zu hoch sind. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Betroffen sind insgesamt 15 Maschinen des Typs Embraer 190, die aufgrund der Corona-Krise vorübergehend außer Betrieb genommen wurden.
Hintergrund: Warum werden die Flugzeuge verlegt?
Die Lufthansa-Tochter Cityline hat ihre Flotte wegen der drastisch gesunkenen Nachfrage im Luftverkehr reduziert. Die stillgelegten Jets benötigen regelmäßige Wartung und müssen auf einem Vorfeld abgestellt werden. In München sind die Gebühren für das Abstellen von Flugzeugen jedoch deutlich höher als an anderen Flughäfen. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Kosten in München bei etwa 10.000 Euro pro Monat und Flugzeug, während sie in Frankfurt nur rund 6.000 Euro betragen.
Deshalb hat sich die Lufthansa entschlossen, die Embraer-Maschinen nach Frankfurt am Main, Düsseldorf und Wien zu verlegen. Die ersten Flüge zur Überführung fanden bereits am Wochenende statt. Die restlichen Maschinen sollen bis Ende des Monats folgen.
Auswirkungen auf den Flughafen München
Der Flughafen München verliert damit nicht nur Einnahmen aus den Parkgebühren, sondern auch Arbeitsplätze, die mit der Wartung der Flugzeuge verbunden sind. Ein Sprecher des Flughafens bedauerte die Entscheidung, zeigte aber Verständnis für die wirtschaftliche Lage der Airline. Man arbeite mit der Lufthansa an Lösungen, um die Standortkosten zu senken.
Die Verlegung ist Teil eines umfassenden Sparkurses der Lufthansa-Gruppe, die infolge der Pandemie hohe Verluste verzeichnet. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, die Flotte zu verkleinern und Standorte zu konsolidieren. München bleibt zwar ein wichtiger Hub, aber die Kosten müssen gesenkt werden.
Wie geht es mit den Flugzeugen weiter?
Die Embraer-Jets werden in den kommenden Monaten auf ihre Wiederverwendung geprüft. Je nach Marktentwicklung könnten sie reaktiviert oder langfristig abgestellt werden. Die Lufthansa betont, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt und die Flugzeuge nicht verkauft werden.
Experten sehen darin ein Signal für die angespannte Lage der Luftfahrtbranche. Viele Fluggesellschaften haben Flugzeuge abgestellt oder verlegen sie in Regionen mit geringeren Kosten. Der Flughafen München hatte bereits im vergangenen Jahr einen Rückgang der Passagierzahlen um 75 Prozent verzeichnet.



