Lufthansa-Tricks: Versteckte Preiserhöhungen und neue Gebühren
Lufthansa: Versteckte Preiserhöhungen und neue Gebühren

Die Lufthansa-Gruppe steht kurz vor ihrem 100-jährigen Jubiläum, doch statt Feierlaune dominieren negative Schlagzeilen. Streiks, gestiegene Kerosinkosten und die Einstellung der Tochter Cityline belasten den Konzern. Nun kommen versteckte Preiserhöhungen hinzu, die Kunden kennen sollten. BILD deckt die Tricks auf.

Handgepäck wird kostenpflichtig

Ab dem 19. Mai führt Lufthansa auf ausgewählten Kurz- und Mittelstrecken in Europa den neuen Economy Basic-Tarif ein. Dieser beinhaltet nur noch einen persönlichen Gegenstand. Wer zusätzlich Handgepäck oder Aufgabegepäck benötigt, muss dies gegen Aufpreis buchen oder einen höheren Tarif wählen. Kritiker bezeichnen dies als „Ryanisierung“ der Premium-Airline. Die Kunden reagieren verärgert.

Sparfochs-Tipp: Ein Handgepäckkoffer (max. 10 kg) kostet auf Europastrecken fast genauso viel wie ein Aufgabegepäck mit 23 kg. Daher lohnt es sich, gleich den größeren Koffer für den Frachtraum zu buchen – mehr Kilo pro Euro.

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Versteckte Preiserhöhung auf Langstrecken

Auf Langstrecken hat Lufthansa neue Light-Tarife in Premium Economy und Business eingeführt, die weniger Freigepäck und eine kostenpflichtige Sitzplatzwahl beinhalten. Diese gelten zunächst für Strecken von/nach Asien, Afrika, Nahost, Mittel- und Südamerika. Inzwischen wurden sie laut Reisetopia auch auf ausgewählte USA-Verbindungen ausgeweitet. Der Light-Tarif kostet dort nun so viel wie zuvor der Basic-Tarif – eine versteckte Preiserhöhung.

Flex-Mogelpackung: Höhere Erstattungsgebühren

Auf Langstrecken nach Asien, Afrika und in den Pazifikraum hat Lufthansa die Erstattungsgebühren erhöht. Selbst im teuren Flex-Tarif ist die Erstattung nicht mehr automatisch kostenlos. Je nach Tarif und Reiseklasse können hohe Beträge einbehalten werden, bei First-Class-Tickets bis zu 2000 Euro.

Prämientickets: Zuschläge zweimal erhöht

Im März und April 2026 hat Lufthansa die Zuschläge für Prämienflüge gleich zweimal angehoben. Für einen einfachen Business-Class-Flug zahlen Meilensammler teils über 800 Euro, in der First fast 1000 Euro an Zuschlägen. Für einen Hin- und Rückflug nach New York sind rund 1600 bis 2000 Euro Zuzahlung fällig, plus 100.000 Prämienmeilen in Business oder bis zu 200.000 Meilen in First. Treue Kunden werden so erneut bestraft. Lufthansa schweigt dazu.

Preise steigen stärker als bei Konkurrenz

Im Zuge des Iran-Krieges sind die Lufthansa-Preise auf einzelnen Routen laut Idealo deutlich stärker gestiegen als bei anderen Airlines. Beispielsweise auf der Strecke Frankfurt–Denpasar (Bali) beträgt der Anstieg 36 %, während der Gesamtschnitt bei 12 % liegt.

Gute Nachricht nur für Premium-Kunden

Fluggäste mit Senator- oder HON-Status sind von den Tarifänderungen weitgehend ausgenommen. Lufthansa begründet die Maßnahmen mit verändertem Buchungsverhalten: Immer mehr Reisende suchten preislich attraktive Einstiegstarife und reisten bewusst mit leichtem Gepäck. BILD kritisiert, dass die versprochenen Preisvorteile für Kunden jedoch kaum spürbar seien.

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