Tradition zu Ende: Maschinenbauer Manroland Sheetfed schließt nach Insolvenz - 660 Jobs weg
Manroland Sheetfed schließt nach Insolvenz - 660 Jobs verloren

Traditioneller Maschinenbauer nach Insolvenz am Ende

Nach mehr als 155 Jahren Firmengeschichte kommt für den traditionsreichen Maschinenhersteller Manroland Sheetfed in Offenbach das bittere Ende. Das Unternehmen, das auf Druckmaschinen spezialisiert ist, wird nach gescheiterten Rettungsversuchen vollständig geschlossen. Für mindestens 660 Beschäftigte bedeutet dies den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Stufenweise Betriebseinstellung bis Juni

Das Unternehmen hatte bereits am 28. Februar Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht angemeldet. Alle Rettungsbemühungen im Rahmen des Schutzschirmverfahrens blieben erfolglos. Die Fertigung neuer Maschinen wird bereits zum 31. Mai eingestellt, der reguläre Geschäftsbetrieb endet am 1. Juni vollständig.

Der Großteil der Belegschaft wird zu diesem Stichtag freigestellt. Lediglich 84 Mitarbeiter verbleiben zunächst noch, um den Verkauf des Ersatzteil- und Servicegeschäfts zu begleiten. Ab Juni werden nur noch letzte Aufträge abgearbeitet, bevor das Unternehmen endgültig seine Tore schließt.

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40 Millionen Euro Verlust und fehlende Investoren

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz (56) erklärte die dramatische Situation: „Wir haben weltweit nach Investoren gesucht. Das Problem: Überall gibt es Überkapazitäten für diese Druckanlagen. Daher haben wir bisher keine seriösen Angeboten erhalten.“

Die wirtschaftlichen Zahlen sind verheerend: Allein im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von mehr als 40 Millionen Euro. Neben zu geringer Auslastung und zu hohen Kosten bestehe ein extremer Preisdruck auf dem Markt. „Daher sind die Maschinen nicht kostendeckend zu verkaufen“, begründet Geiwitz das massive Minus.

Keine Zukunft für den Standort Offenbach

Besonders bitter für die Region: Auch das ursprünglich angekündigte Fortführungskonzept für ein Service- und Ersatzteilgeschäft am Standort Offenbach in Hessen konnte nicht aufrechterhalten werden. „Da gibt es Interessenten. Allerdings gilt nach heutigem Erkenntnisstand: Auch diese Geschäftsfelder wird es nicht in Offenbach geben“, so der Insolvenzverwalter.

Das Unternehmen betonte, dass der britische Eigentümer Langley Holding den Standort Offenbach in den letzten Jahren zwar mit Investitionen und Garantien unterstützt hatte. Doch nun sei Schluss mit „einer dauerhaften Abhängigkeit von laufend erfolgenden Gesellschafterfinanzierungen“, wie Unternehmenssprecher Patrick Hacker erklärte.

Der Verlust von 660 Arbeitsplätzen in der Region Offenbach markiert das Ende einer über 155-jährigen industriellen Tradition. Die Schließung des Druckmaschinenherstellers Manroland Sheetfed steht exemplarisch für die strukturellen Herausforderungen in der deutschen Industrie.

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