Carsten Maschmeyer kritisiert Manager: Personalnutzen statt Personalkosten debattieren
Maschmeyer: Manager jammern zu viel über Personalkosten

Investor Carsten Maschmeyer fordert Paradigmenwechsel in der Wirtschaftsdebatte

München – Ein unerwarteter Vorstoß aus den Reihen der deutschen Wirtschaftselite: Carsten Maschmeyer (66), einer der bekanntesten Unternehmer und Investoren Deutschlands, erhebt scharfe Kritik an Managern und Politikern. In einem exklusiven Gespräch mit BILD positioniert sich der prominente Investor der TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ deutlich gegen das weit verbreitete Gejammer über angeblich zu hohe Personalkosten und zu wenig arbeitende Deutsche.

Das dauernde Gerede über Kosten wird zum Produktivitätsproblem

Maschmeyer kann bestimmte Sätze nicht mehr hören: „Die Personalkosten sind zu hoch“, „Wir müssen zur Kostensenkung Stellen abbauen“ oder „Die Deutschen arbeiten zu wenig“. Solche Aussagen seien seit Monaten in Wirtschaftskreisen zu vernehmen – und dieses Mantra müsse endlich ein Ende finden. Der Investor betont mit Nachdruck: „Das dauernde Gerede über Kosten wird selbst zum Produktivitätsproblem.“

Seine zentrale These: Niemand könne 110 Prozent Leistung bringen, wenn Beschäftigte permanent als Störfaktor dargestellt würden. Maschmeyer, der auf Instagram über 372.000 Follower und auf X fast 28.000 Abonnenten zählt, bekräftigte seine Position auch in sozialen Netzwerken mit einem deutlichen Posting.

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Personalnutzen statt Personalkosten in den Fokus rücken

Der scharfsinnige Vorwurf des erfahrenen Unternehmers lautet: In der aktuellen Debatte werde ständig über „Personalkosten“ gesprochen, doch fast nie über den „Personalnutzen“. Maschmeyer stellt klar: „Nicht trotz, sondern wegen ihrer Mitarbeiter verdienen Unternehmen Geld.“

Seine pointierte Spitze gegen Manager, die ausschließlich auf Kostensenkung setzen: „Wenn die Mitarbeiter euch nur stören, dann probiert’s doch mal ohne.“ Der Investor, der in den 1990er-Jahren den Finanzdienstleister AWD zu einem Milliardenunternehmen aufbaute, räumt zwar ein, dass die Lohnnebenkosten in Deutschland tatsächlich hoch seien. Doch Beschäftigte pauschal zum Problem zu erklären, sei der fundamental falsche Weg.

Klima des Misstrauens gefährdet Engagement und Leistung

Maschmeyers Kernbotschaft ist eindeutig: Echtes Engagement entsteht nicht in einem Klima, in dem Arbeitnehmer täglich hören, sie seien zu teuer und nicht fleißig genug. Wer Menschen kontinuierlich als Belastung bezeichne, dürfe sich nicht wundern, wenn Motivation und Leistungsbereitschaft spürbar sinken.

Der Investor bringt es auf den Punkt: „Excel-Tabellen allein entwickeln nichts. Sonst wären die erfolgreichsten Unternehmen Ein-Mann-Betriebe.“ Mit dieser provokanten Aussage stellt Maschmeyer die gängige Praxis vieler Manager fundamental in Frage.

Beginnt hier die nächste große Wirtschaftsdebatte?

Für einen von Deutschlands prominentesten Investoren hat diese essentielle Diskussion bereits begonnen. Maschmeyers Intervention könnte den Startschuss für eine grundlegende Neuausrichtung der wirtschaftspolitischen Debatte geben. Statt über Kostensenkung und Stellenabbau zu sprechen, plädiert er für eine Wertschätzung der menschlichen Ressourcen und eine ehrliche Betrachtung des tatsächlichen Nutzens, den engagierte Mitarbeiter für Unternehmen schaffen.

Die Frage bleibt: Wird die Wirtschaftswelt auf diesen ungewöhnlichen Vorstoß aus den eigenen Reihen reagieren? Carsten Maschmeyer hat mit seiner klaren Positionierung jedenfalls einen kontroversen Diskurs angestoßen, der das Potenzial hat, traditionelle Denkmuster in deutschen Chefetagen nachhaltig zu hinterfragen.

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