Nach fast 90 Jahren Firmengeschichte hat der deutsche Möbelhersteller Interlübke Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen kämpft ums Überleben. 104 Mitarbeiter, darunter zwei Auszubildende, bangen um ihre Arbeitsplätze.
Ursprung in den 1930er Jahren
Die Ursprünge von Interlübke reichen bis in die 1930er Jahre zurück. Die Brüder Leo und Hans Lübke gründeten im westfälischen Wiedenbrück eine Möbelfabrik, die sich auf polierte Schlafzimmermöbel spezialisierte. Heute zählt das Unternehmen zu den Premiummarken der Branche.
Gründe für die Insolvenz
Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Yorck T. Streitbörger erklärte gegenüber BILD die Hintergründe: „Der Iran-Krieg führt dazu, dass die Lieferanten von Interlübke die Preise anziehen, die man aber nicht sofort an die Kunden weitergeben kann. Unterm Strich: ein teurerer Einkauf bei gleichbleibendem Verkauf!“
Zudem hätten die gestiegenen Heizkosten zur Kostenexplosion beigetragen. Die Produktion erfolgt auf rund 25.000 Quadratmetern. Früher wurde mit Holzresten geheizt, doch nach einem Heizungsdefekt musste auf Öl umgestellt werden. Hinzu kommt ein zurückhaltendes Konsumverhalten der Kunden.
Zukunft des Unternehmens
Streitbörger zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Mein Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.“ Es gebe bereits Interessenten, die eine Weiterproduktion ermöglichen könnten. Plan A sei eine Investorenlösung. Plan B: Flächen verkleinern und Produktion straffen. „Das ist aber nur Plan B. Mein Plan A ist eine Investorenlösung“, so Streitbörger.
Die Insolvenz von Interlübke reiht sich in eine Serie von Pleiten deutscher Möbelhäuser ein. Erst kürzlich meldeten das Möbelhaus Pagnia in Betzdorf und die Firma König+Neurath AG Insolvenz an.



